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Unter der Ägide des gerissenen Finanzberaters Zhernikov gründen die sechs einflussreichsten Verbrecherclans von London ein Syndikat. Harry, Zhernikov’s Strohmann als offizieller Anführer, ernennt den ehemaligen Einbrecher Damion als neuen Schutzgeldeintreiber, da er wesentlich gerissener und weniger grobschlächtig den Job erledigt, ohne zu viel unangenehmes Aufsehen zu erregen. Irgendwann kollidieren jedoch ihre Interessen massiv.

Kritik

Da bewegt sich was in Londons Unterwelt. Schutzgelderpressungen gehören auch jetzt schon zur Tagesordnung. Aber alles noch im überschaubaren Rahmen. Da werden Pups, Restaurants oder Lebensmittelgeschäfte aufgemischt, wenn sie nicht ihren kleinen Anteil an den jeweiligen „Schutzpatron“ abliefern. Das notorisch unterbesetzte New Scotland Yard kennt seine üblichen Pappenheimer natürlich auch, kann aber kaum etwas Effektives unternehmen, da keiner der kleinen Opfer sein Leben als Zeuge für die paar Piepen die Wochen riskieren würde. Der mit allen schmutzigen Wassern gewaschenen Finanzier Zhernikov (wie gewohnt wunderbar diabolisch: Herbert Lom, Ein Schuss im Dunkeln) erkennt das brachliegende Potenzial und vereinigt als Gehirn und Drahtzieher im Hintergrund alle Banden zu einem Syndikat. Als seine Marionette fungiert Clan-Chef Harry (Alfred Marks, Fanny Hill), der wiederum als neuen Mann für’s Grobe den ehemaligen Einbrecher und Fassadenkletterer Damion (Sean Connery, Jagd auf Roter Oktober) initialisiert. Eine Kombo mit Erfolg: Die Kasse klingelt, die Polizei ist ähnlich ratlos und alle scheinen von dem neuen Arrangement zu profitieren. Bis jeder seine Kompetenzen eindeutig überschreitet. Zhernikov giert nach mehr, Harry glaubt selbst mit Mord am hellichten Tag davonzukommen und Damion bandelt unverblümt mit der Frau vom Chef an. Das kann ja kein gutes Ende nehmen.

Inhaltlich stark geprägt vom US-Gangsterfilm der 30er und 40er Jahre wie natürlich vom Film Noir im Allgemeinen, wirkt The Frightened City (warum der Film im Deutschen den Titel Die Peitsche trägt erschließt sich auch nach der Sichtung beim besten Willen nicht?) wie ein leiser Übergang zum Swinging Sixties-Kino in einigen Momenten, bleibt dennoch ganz klassisch konzipiert. Was ihn erfreulicherweise nicht bieder oder übermäßig konservativ erscheinen lässt, sicherlich aber auch eher wenig originell. Die Figuren- und Plotentwicklung ist vorhersehbar, deshalb aber nicht uninteressant. Auch weil das Ganze schlicht vernünftig arrangiert wird. Mit Herbert Lom und dem noch unverbrauchten Sean Connery großartig-passend besetzt ergibt sich ein gut verdaulicher Gangsterfilm ohne richtig deutliche Schwächen, aber eben auch wenig zeitlose, markante Ausreißer nach oben. Mit etwas mehr Zeit und Aufbau wäre womöglich mehr machbar gewesen, der Film bleibt aber sehr bodenständig bei seinen bescheidenen Leisten. Das ist soweit völlig in Ordnung, in dem er sich nie übernimmt und im Resultat absolut souverän abliefert. Irgendwie lässt er dadurch allerdings auch einiges auf der Strecke.

Fazit

Solides, kurzweiliges Gangsterkino mit klassischem Anstrich, ohne das Rad in irgendeiner Weise neu zu erfinden. Wirkt sogar schon leicht aus der Zeit gefallen, macht dennoch Spaß. Sean Connery darf sich hier immerhin erstmals in einer großen Rolle effektiv ins Schaufenster stellen – hat sich ja zweifellos bezahlt gemacht.

Autor: Jacko Kunze

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