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Die Ehefrau des erfolgreichen Autors Paul Bezant stirbt unter ungeklärten Umständen in der eigenen Badewanne. Die Polizei tut es als Unfall ab. Mit der attraktiven Elise zieht in die wunderschöne, aber abgelegene Villa eine neue Frau an der Seite des Schriftstellers ein. Doch die beschauliche Idylle wird langsam zu einem Alptraum. Mit dem Eintreffen von Paul’s Sohn Marcus kommen Elise bald Zweifel daran, ob sich hinter dem Unglück nicht doch etwa mehr steckt.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die 22jährige Elise (Bond-Girl Britt Ekland, James Bond 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt) lebt mit ihrem Mann Paul (Hardy Krüger, Die Wildgänse kommen) in Spanien. Paul ist 42 und Witwer. Seine erste Frau starb durch einen Stromschlag nach einem Kurzschluss im Whirlpool. Sein Sohn Marcus (Mark Lester, Oliver!) hat den Tod der Mutter nur schwer verkraftet. Der 12jährige Junge kommt früher als erwartet aus dem britischen Internat nach Hause. Paul ist noch nicht daheim und so haben Stiefmutter- und Sohn Zeit, sich unbefangen kennen zu lernen. Elise versucht vorsichtig eine Beziehung zu Marcus aufzubauen, doch das offenbar hochintelligente, erstaunlich belesene, sonderbar altkluge und emotional erschreckend eiskalte Kind lässt sie höchst berechnend auflaufen. Er unterwandert scheinbar sehr gezielt die Beziehung von Elise und Paul, manipuliert seinen Vater geschickt und betreibt mit seiner ihm von Alter viel näheren Stiefmutter ein hinterlistiges Psychospielchen, das alle Beteiligten innerhalb kürzester Zeit an ihrem Verstand und ihrer Zurechnungsfähigkeit zweifeln lässt.

Vor hübscher Postkartenkulisse kreiert das Regie-Duo James Kelley und Andrea Bianchi (Der geheimnisvolle Killer, hier als Andrew White ebenfalls Co-Autor) einen mit vielen interessanten und durchaus verstörenden Aspekten angereicherten Psychothriller, bei dem besonders die unangenehm-befremdliche Sexualisierung der jugendlichen Hauptfigur bewusst kontroverses Potential mit hinein bringt. In seinen besten Momenten enthält das in seiner Stimmung Nuancen eines Augen der Angst – Peeping Tom, Teufelskreis Y oder sogar paranoide Züge von Rosemaries Baby, dazu düdelt ein schön-sleaziger Score von Stelvio Cipriani, der allerdings in einem reinrassigen Giallo vermutlich besser aufgehoben wäre. Bis zum konsequent-drastischen Finale somit nie wirklich uninteressant und stets um Irritationen bemüht, stolpert der Film wiederholt über seine oftmals zu plumpe Inszenierung und ein wenig raffiniertes Skript, das den vielen großen und kleinen Fußstapfen zur keiner Zeit ernsthaft gerecht werden kann.

Trotz des vermeidlichen Verwirrspiels ist der Plot zu durchschaubar und offenbart sich am Ende als sehr einfach gedachter Reißer mit löchriger Psychologie. Gerade letzteres hätte eine Stärke des Films werden können, da hinter der von Eifersucht, Geheimnissen und Intrigen brodelnden Vater-(Stief)Mutter-(Stief)Kind-Beziehung wahnsinnig viel schlummert, was sich tatsächlich in einer doppelbödig-abgründigen Abhandlung über realistische Patchwork-Prozesse hätte niederschlagen können. Derartige Ansätze sind tatsächlich rudimentär vorhanden, versprechen aber letztendlich viel mehr als davon unterm Strich übrigbleibt. Weder James Kelley noch Andrea Bianchi (der wenigstens ein paar kleine Erfolge vorzuweisen hat) haben danach die ganz große Karriere gemacht, hier stoßen sie wohl schlicht und ergreifend an ihre Grenzen. In seiner Ausrichtung mit dem Mut zum provokanten Risiko jedoch halbwegs erinnerungswürdig und mit einem relativ gut gewählten Cast, was wenigstens einmalig seinen Zweck mehr oder weniger erfüllen dürfte.

Fazit

Grundsätzlich ein ganz interessanter, bösartiger Thriller mit guter Grundprämisse und vielen fruchtbaren Ansätzen, aus denen letztendlich nichts wirklich Bestechendes entsteht. In den Händen eines richtig guten Regisseurs & und vor allem Drehbuchautors sogar Stoff für einen echten Genre-Hit. So ein relativ passabler Versuch, den man zumindest nicht völlig links liegen lassen muss. Freunde des europäischen Thriller-Kinos der 70er können mal den berühmten Blick riskieren, sollten aber bloß nicht zu viel erwarten.

Autor: Jacko Kunze

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