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Nach vielen Jahren harter Arbeit hat Sam Cooper endlich in seiner Miene Gold gefunden. Da er alleine den Schatz nicht heben kann, heuert er drei Männer an: Manolo, sein Ziehsohn und der Einzige, dem Cooper vertraut, "der Blonde", eine zwielichtige Gestalt, die Manolo nicht aus den Augen lässt, und Mason, ein alter Rivale Coopers, sollen ihm helfen. Doch Neid, Gier und Missgunst breiten sich unter den Vieren aus und schnell werden aus den Partnern Feinde bis zum Tod.

Kritik

In den Jahren nach Sergio LeonesFür eine Handvoll Dollar und Sergio Corbuccis Django, gab es regelrecht eine wahre Flut an italienischen Western-Produktionen (gerne auch spöttisch Spaghetti-Western bezeichnet), die das Genre schnell nach unten zogen und ein Ende des Western selbst bedeutete. Dennoch gab es in den hunderten Filmen auch immer wieder Produktionen, die regelrecht herausstachen und selbst bis heute noch zeitlos erscheinen. Die Motive waren dabei ein schönes Potpourri aus amerikanischen Motiven – Rache, Gerechtigkeit, die Sehnsucht nach Freiheit, starre Waffengewalt, der amerikanische Traum oder schlichtweg die Jagd nach Gold – gemischt mit blutigem Staub, der die Fratze des Todes dem Zuschauer regelrecht ins Gesicht warf.

Das Goldfieber bekam indes bereits 1948 von Regisseur und Autor John Huston mit Der Schatz der Sierra Madre ein unsterbliches Denkmal, welches selbst heute noch nachwirkt. Die pure Gier nach dem seltenen Metall gemischt mit Missgunst, Misstrauen und Neid, war noch nie so fühlbar wie bei Humphrey Bogart, Walter Huston und Bruce Bennett. Das feine psychologische Charakterspiel gemischt mit ausufernden Kulissen der Sierra Madre endetet mit der Erkenntnis, das Gold kein Glück auf Erden bedeutet, sondern eher Wahnsinn und Tot. Rund zwanzig Jahre später griff schließlich Giorgio Capitani (der letztes Jahr im Alter von 89 Jahren verstarb) dieses Gleichnis mit Das Gold von Sam Cooper wieder auf, abermals hochkarätig besetzt.  

Zwar gilt heute Das Gold von Sam Cooper (OT: Ognuno per sé) als eher vergessener Genre-Beitrag, damals war er aber mit Van Heflin, Gilbert Roland, Klaus Kinski und George Hilton nicht nur stark besetzt, sondern zusammen mit seinem Blutdurst und der schwermütigen Geschichte ein Kleinod im Western-Kino. Kein Wunder: Die Mischung aus gefährlicher Zweckgemeinschaft und Abenteuergeschichte funktioniert auch heute noch prächtig. Dies liegt nicht zuletzt an der hervorragend fotografierten Landschaft von Regisseur Giorgio Capitani. So hatte Capitani ein Auge dafür, wie er seine ungleiche Bande von charakterlosen Goldsuchern einfangen konnte und so die Spannung ins unermessliche zog. Dennoch wirkt heute die Tortur durch die Wüste an vielen Stellen wie ein Produkt seiner Zeit.

Die kleineren Shoot-Outs sind zwar actionreich und ausufernd, die Charaktere und Dialoge kommen hier aber selten hinterher. So hat Das Gold von Sam Cooper seine größten Stärken in den eher fokussierten Erzählungen, wenn beispielsweise die Glücksritter an der Miene ankommen und ihr tägliches routiniertes Geschäft beginnen. Wasser rationieren, Minenstollen anlegen, Gold schürfen, Lager verteidigen und Pläne schmieden. Letzteres wird natürlich zum Kernelement des Filmes. Denn, wie schon bei Der Schatz der Sierra Madre, ist eben der Mensch ein Homo Homini Lupus - der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, kein Mensch.

So wartet der Zuschauer regelrecht darauf, bis der erste der vier seine Waffen zieht. Da werden Ränke geschmiedet und Fallen gestellt. Allerdings bleibt hier Regisseur Giorgio Capitani zusammen mit seinen Autoren einer tiefgreifenden psychologischen Studie schuldig. Viel mehr gibt es eben schlussendlich ein Finale, in der die Waffen sprechen und Gräber mit Leichen gefüllt werden. Schade, etwas mehr Finsternis und Emotionalität, hätte dem Film nicht geschadet. Zumindest das Finale ergießt sich aber in ein spannendes Gefecht, welches gewohntes Kino bietet. Darstellerisch ist der Film ebenso ein Highlight: Zusammen agieren die vier als harmonisches Team, welches sich missgünstige Blicke ebenso zuwirft wie regelrechte Todesdrohungen.

Was folgt sind Machtspiele, die Giorgio Capitani vor allem mit seiner nahen Kamera einfängt. Hier kann natürlich Klaus Kinski als namenloser Bandit brillieren, der mit seinem Präsenz einmal mehr Gänsehaut verursacht. Van Heflin, Gilbert Roland und George Hilton geben sich gewohnt energisch, wobei gerade Gilbert Roland als rachsüchtiger aber durchaus vergebener Mason in Erinnerung bleibt. Wenn am Ende dann aber doch das Gold in den Sonnenuntergang verschwindet, bleibt eine kleine Enttäuschung zurück. Aber wie auch sonst: Schon zu Beginn zeigt uns Das Gold von Sam Cooper eindrucksvoll in stillen wie ebenso beeindruckenden Szenen, das Wasser – sowie das Leben an sich – wertvoller ist als Gold. Mehr bleibt auch nicht zu sagen.

Fazit

"Das Gold von Sam Cooper" ist ein klarer vergessener Western. Allerdings zu Unrecht: Die Kulissen sind eindrucksvoll fotografiert und auch das Darsteller-Quartett bietet fantastische Unterhaltung, die zudem mit den gut inszenierten Gefechten tolle Western-Unterhaltung bietet. Das Goldfieber fällt hingegen etwas zurück und bleibt nur als Motiv für die wenig glanzvollen „Helden“ zurück. Dennoch können Genre-Fans hier gerne einen Blick riskieren.

Autor: Thomas Repenning

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