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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Wissenschaft soll sachlich sein: Fakten statt Gefühle. Aber eine neue Generation Naturwissenschaftler:innen erlebt, wie ihre Forschung durch den Klimawandel aus den Fugen gerät. Statt die Wunder der Natur zu entdecken, sind Maria, Doktorin der Glaziologie, Sebastian, Professor für Physikalische Chemie, und Nana, Molekularbiologin, Chronisten einer untergehenden Welt. Aber niemand hört auf sie. Was tun? Statt sich frustriert in den Elfenbeinturm ihrer Forschung zurückzuziehen, verlassen Maria, Sebastian und Nana das Labor und werden zu Aktivist:innen, denn sie tragen auf ihren Schultern das Gewicht der Welt.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die titelgebende Last, die schwer auf den drei klimabewussten Wissenschaftler*innen Florian Heinzen-Ziobs (Dancing Pina) engagierter Doku liegt, machen Luftaufnahmen von abgestorbenen Kiefernwäldern im Harz und Diagramme schmelzender Eisplatten in der Arktis auch dem Publikum bedrückend spürbar. Persönliche Porträts dreier Menschen aus verschiedenen Forschungsfeldern, untermauern die Auswirkungen und Anzeichen des Klimawandels. Die individuelle Reflexion der ethischen Implikationen von Wissenschaft in Zeiten der Klimakrise wird zum unterschwelligen Aufruf an die Zuschauenden, die gewonnen Erkenntnis als gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu begreifen. 

Klassisches Reportage-Kino, aktivistischer Appell und Persönlichkeitsprisma verflechten sich zu einer beunruhigenden Bestandsaufnahme einer Gesellschaft am Rande des ökologischen Kollapses und eines akademischen Aktivismus an der psychischen Belastungsgrenze. Im Zentrum der dreigliedrigen Inszenierung stehen eine Glaziologin, ein Physikochemiker und eine Molekularbiologin, deren berufliche Distanz zu ihrer Forschungsmaterie durch die eskalierende Klimakatastrophe zunehmend unterwandert wird. Maria, Sebastian und Nana versuchen mit Ted-Talks, Protestaktionen und öffentlichen Auftritten politisches und öffentliches Bewusstsein für die Dramatik der globalen Lage zu schaffen. 

Doch die Resonanz ist frustrierend gering. Während einer Publikumsdebatte wirft eine ältere Zuhörerin vor einer Protagonistin vor, eine “informationssensible” Jugend mit ihren sachlichen Erkenntnissen in Depressionen zu stürzen. In solchen Ausflüchten manifestiert sich exemplarisch die obskurantische Apathie eines wohlstandsverwöhnten Bürgertums, das eigene Mitverantwortung und Handlungsbedarf abweist. Paradoxerweise mit Verweis auf die junge Generation, die von den mittels Computer-Simulationen und Schautafeln prognostizierten Folgen härter getroffen wird und bei Sebastians Universitätsvorlesungen Problembewusstsein zeigt - und damit einen Hoffnungsschimmer. 

Fazit

Individuelle Geschichten, das Florian Heinzen-Ziob bereits in "Dancing Pina" und "Klasse Deutsch" mit übergreifenden Gesellschaftsfragen verband, prägt auch seine jüngste Dokumentararbeit. Jene folgt der Argumentation einer der vorgestellten Wissenschaftler*innen, die erklärt, für öffentliches Interesse brauche es weniger Fachstudien als menschliche Storys. Entgegen des nüchtern-distanzierten Forschungsideals fühlen die nahbaren Charaktere die heraufziehende Katastrophe als emotionale Krise. Vorträge und umfassende Erläuterungen vermitteln die thematische Dringlichkeit, die den wissenschaftlichen Aktionsraum neu definiert: vom Labor auf die Straße zum Protestmarsch. 

Kritik: Lida Bach

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