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Inhalt

Der Experte für Zentralasien Martin Behrens arbeitet aus vollster Überzeugung beim Bundesnachrichtendienst, denn hier kann er durch seine Arbeit einen wichtigen Beitrag für die nationale Sicherheit leisten. Doch ein schrecklicher Anschlag auf ein Restaurant in München, lässt Martin an der Mission des BND zweifeln. Denn eines der Opfer war seine neue Freundin Aurice Köhler. Die investigative Journalistin interessiert sich schon seit Längerem für die Machenschaften des BNDs. Dass die beiden ein Paar sind, sollte in Anbetracht der Kreise, in denen sich Martin und Aurice bewegen, geheim bleiben. Es stellt sich heraus, dass das Attentat der Vergeltungsschlag einer terroristischen Vereinigung ist. Doch war Aurice wirklich nur ein Zufallsopfer? Trotz oder gerade wegen der Warnungen seiner Vorgesetzten führt Martin die Ermittlungen seiner nun toten Freundin weiter und gerät dabei nach und nach in einen Sog aus Intrigen, Machtspielen und Korruption. Dabei wird ihm klar, dass der wahre Feind nicht draußen lauert, sondern in den eigenen Reihen...

Kritik

„Das ist der neue Lobbyismus: Gezahlt wird später.“ 

Um die Wahrheit wirklich ans Licht bringen zu können, bleibt einem oftmals nichts anderes übrig, als die einzelnen Lügen jeweils miteinander abzugleichen. Das wusste nicht nur der große Leo Tolstoi, der hier zu Anfang noch zitiert wird, auch der Protagonist von Das Ende der Wahrheit, Martin Behrens (Ronald Zehrfeld, Im Angesicht des Verbrechens), darf diese Erkenntnis gewinnen, wenn er sich nach und nach dazu gezwungen sieht, all das zu hinterfragen, woran er Zeit seines Engagements für den Bundesnachrichtendienst geglaubt hat. In der Position des Experten für zentralasiatische Verhältnisse war er immerzu der festen Überzeugung, etwas Gutes, Ehrenwertes und Wichtiges für sein Land sowie den Verfassungsschutz zu leisten. Die Realität aber sieht anders aus – und dieser spürt Philipp Leinemann (Wir waren Könige) nun in seinem neuen Film nach.

Nachdem der BND den Amerikanern Zielkoordinaten für einen Droneneinsatz übermittelt hat, um einen gesuchten Terroristen zu eliminieren, kommt es kurz darauf zu einem Anschlag in einem Münchner Café, bei dem auch die deutsche Journalistin Aurice Köhler (Antje Traue, Man of Steel) ums Leben kommt. Die ersten Anzeichen weisen auf einen Vergeltungsschlag hin, da Aurice allerdings auch die Geliebte von Martin gewesen ist, erweist sich der Sachverhalt als deutlich komplizierter, denn dieser stößt schnell auf Informationen dahingehend, dass es sich dabei nicht nur um einen blutigen Racheakt gehandelt hat, sondern um die brutale Ausformung einer sich durch diverse politische und regierungsbehördliche Instanzen erstreckenden Verschwörung. Es musste, wie so häufig, auch für Martin erst persönlich werden, bis er sich dazu genötigt sieht, sich und der Welt unangenehme Fragen zu stellen.

Natürlich wirkt es nicht sonderlich glaubwürdig, dass ein so weltgewandter, reflektierter Bediensteter des deutschen Geheimdienstes noch nie in Versuchung gekommen ist, sich kritische Gedanken über seinen Arbeitgeber und dessen internationale Operationsmethoden zu machen. Die Figur des Martin Behrens aber ist ohnehin sehr stereotyp angelegt, erfüllt er doch die obligatorische Rolle des Einzelkämpfers, der sich einem ganzen System in den Weg stellt und damit zum menschlichen Sinnbild des nationalen Misstrauens gegenüber politischen Gefügen wird. Dass dieser Charakter dennoch funktioniert, liegt an dem wieder einmal famosen Ronald Zehrfeld, der selbst so augescheinlich flach angelegte Persönlichkeiten noch vielschichtige Facetten abringen kann – oftmals nur durch kleine Gesten und unsichere Blicke. Ohnehin ist es den durch die Bank weg blendenden Schauspielleistungen zu verdanken, dass Das Ende der Wahrheit wirklich funktioniert.

Denn wenn man ehrlich ist, dann hat es derlei Polit-Thriller wie Das Ende der Wahrheit im amerikanischen und europäischen Raum schon immer gegeben. Philipp Leinemann versucht das klassische, mit politischer Agenda ausgestattete Spannungskino nun auf die Kinolandschaft seiner Heimat zu übertragen und formuliert sich dabei durchaus ambitioniert dahingehend, tagesaktuelle Bezüge zu forcieren und skeptisch zu durchleuchten. Inszenatorisch erweist sich der Film als durchaus solide, oszilliert visuell zwischen Kino- und Fernsehspiel-Ästhetik und lässt ein tieffrequentes Raunen auf der Tonspur reichlich Unbehagen verkünden. Neben Ronald Zehrfeld ist es vor allem Alexander Fehling (Im Labyrinth des Schweigens) als Patrick Lemke, der in diesem moralisch-morschen Netz aus Intrigen und Machtspielen ein weiteres Mal seine ungeheuere Qualität zum Ausdruck bringt. Ein zusehends gebrochener Karriererist, der nach und nach von seinen eigenen Bestrebungen verschlungen wird.

Fazit

Wann gab es den letzten reinrassigen Polit-Thriller aus Deutschland? Schön jedenfalls zu sehen, dass man dieses Genre auch hierzulande nicht aufgeben möchte und es Regisseure gibt, die sich bereit zeigen, klassische Spannungsfilme zu entwerfen, die einer politischen Agenda folgen. Zwar mag die Prämisse von "Das Ende der Wahrheit" im filmhistorischen Kontext vorheriger Polit-Thriller konventionell und die Zeichnung des Hauptakteurs nicht unbedingt glaubwürdig ausfallen, Philipp Leinemann aber blickt ambitioniert - wenn auch nicht originell - in die Abgründe moralisch-morscher Polit-Apparate. Und darüber leisten die Darsteller wirklich tolle Arbeit.

Autor: Pascal Reis

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