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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Wildes Musik-Biopic von den „Trainspotting“-Schöpfern: Oscar®-Preisträger Danny Boyle, Irvine Welsh und Co. erzählen die exzessive Lebensgeschichte des legendären Musik-Moguls Alan McGee (Ewen Bremner). Der junge Alan wächst in einfachen Verhältnissen in Glasgow auf. Angestachelt von musikalischen Rebellen wie David Bowie und den Sex Pistols zieht es ihn in den Londoner Underground, wo er das Plattenlabel Creation Records gründet und Bands wie Oasis, My Bloody Valentine und The Jesus and Mary Chain entdeckt, die den Sound einer ganzen Ära prägen. Doch der Erfolg steigt ihm zu Kopf, es folgen Drogenexzesse mit seinem Kumpel Ralph (Jason Isaacs) und ein jäher Absturz. Im Interview mit der Journalistin Gemma (Suki Waterhouse) blickt er zurück auf seine Wurzeln, sein ausschweifendes Leben und sein musikalisches Vermächtnis.

Kritik

Manche Menschen prägen eine Kulturbewegung, andere werden irgendwann Teil ihres Mythos. Alan McGee gehört zu jener seltenen Sorte, auf die beides zutrifft. Als Gründer von Creation Records half er dabei, den Sound einer Generation zu formen, entdeckte Bands wie My Bloody Valentine, Primal Scream und Oasis und wurde selbst zu einer schillernden Figur der britischen Popkultur. Creation Stories erzählt diese Geschichte jedoch nicht als klassische Musikerbiografie, sondern als fiebrige Erinnerung an eine Zeit, in der Größenwahn und Genie oft nur eine durchzechte Nacht voneinander trennten.

Regisseur Nick Moran interessiert sich dabei weniger für historische Genauigkeit oder die Mechanismen des Musikgeschäfts als für das Lebensgefühl einer Ära. Von Beginn an rast der Film durch Alan McGees Erinnerungen, springt zwischen Glasgow, London, Clubs, Konzerten und Drogenexzessen hin und her und inszeniert sein Leben wie einen nicht enden wollenden Adrenalinschub. Die Nähe zu Trainspotting ist dabei unverkennbar – nicht nur wegen der Beteiligung von Irvine Welsh und Danny Boyle, sondern auch wegen des ruhelosen Erzählstils, der Realität und Selbstmythologisierung immer wieder verschwimmen lässt.

Lange funktioniert dieser Ansatz erstaunlich gut. Vor allem Ewen Bremner trägt den Film mit einer Performance, die gleichermaßen von Selbstüberschätzung, Charme und Verletzlichkeit lebt. Sein Alan McGee ist Visionär, Getriebener und Selbstdarsteller zugleich. Selbst wenn die Erzählung droht, sich in Anekdoten zu verlieren, bleibt seine Figur interessant genug, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Genau darin liegt allerdings auch die größte Schwäche des Films. Creation Stories erzählt viele Geschichten, vertieft aber nur wenige davon. Die Entdeckung von Oasis, die Bedeutung von Creation Records oder McGees Rolle innerhalb der britischen Musikszene werden oft nur angerissen, bevor der Film bereits zum nächsten Kapitel weiterzieht. Statt eines differenzierten Porträts entsteht so eher eine Sammlung von Erinnerungsfragmenten, die das Lebensgefühl der Zeit treffend einfangen, ihren Protagonisten jedoch selten wirklich hinterfragen.

Hinzu kommt die konsequente Perspektive McGees. Der Film übernimmt dessen Sicht auf die Ereignisse fast vollständig und bewegt sich damit oft näher an der Legendenbildung als an einer kritischen Auseinandersetzung. Gerade die spannenden Verbindungen zwischen Popkultur, Politik und dem „Cool Britannia“-Zeitgeist der Tony-Blair-Jahre bleiben dadurch überraschend oberflächlich. Formal überzeugt der Film dennoch immer wieder. Die schnelle Montage, der treibende Rhythmus und die visuelle Überdrehtheit spiegeln die Rastlosigkeit ihres Protagonisten wider. Gleichzeitig führt genau diese Dauerbeschleunigung dazu, dass den emotionaleren Momenten häufig die nötige Ruhe fehlt. Immer dann, wenn Bremner die Unsicherheiten hinter der Fassade durchscheinen lässt, deutet sich an, wie vielschichtig dieser Film hätte werden können.

Fazit

"Creation Stories" ist weniger eine klassische Biografie als ein rauschhafter Trip durch die britische Musikszene der 1980er- und 1990er-Jahre. Der Film lebt von Ewen Bremners starker Hauptrolle, seinem Tempo und seinem Gespür für die Mythologie einer ganzen Generation. Als Charakterstudie bleibt er jedoch oft an der Oberfläche. Unterhaltsam, energiegeladen und stilbewusst – aber letztlich faszinierender als Zeitporträt denn als echtes Porträt seines Protagonisten.

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