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MB-Kritik

Club Kid 2026

Comedy, Drama – United States

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6.8

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Jordan Firstman
Reggie Absolom
Diego Calva
Cara Delevingne
Kirby Howell-Baptiste
Colleen Camp
Vicki Pepperdine
Nigil Whyte
Eldar Isgandarov
Saturn Risin9
Miss Benny
Alaska Riley
Shygirl
Kevin Candelario
Jack Cameron Kay
Edy Modica

Inhalt

Das turbulente Leben eines exzessiv feiernden Club-Promoters aus New York City gerät völlig aus den Fugen, als plötzlich der zehnjährige Sohn vor der Tür steht, von dessen Existenz er nichts wusste.

Kritik

Würde nicht schon die Synopsis Jordan Firstmans überdrehten Regie-Debüts die abrupte Wendung im endlosen Party-Leben des Protagonisten verraten, und wäre die Prämisse nach dem Festival-Erfolg in Cannes nicht schon hinlänglich bekannt, käme der Twist als echte Überraschung. Während der überlangen Etablierung der ziellosen Lebensumstände und erratischen Persönlichkeit des unreifen Party-Promoters Peter (Firstman) gelingt es dem Comedian und Filmemacher tatsächlich, dass Publikum von der Originalität der sentimentalen Story zu überzeugen. Doch der Anstrich von queeren Non-Konfirmismus entpuppt sich als kalkulierte Fassade.
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Die fällt in den ersten zehn Minuten, nachdem der drogenaffine Peter feststellt, dass er alleinerziehender Vater des 10-jährigen Arlo (mit Kulleraugen-Blick: Reggie Absolom) ist. Von da an fällt die Handlung in die altbekannten Muster der Familienkomödien, in denen ein auf den ersten Blick denkbar ungeeigneter und unwilliger Protagonist sich mit der Vaterrolle anfreunden muss. Wie der ultra-schwule Peter in diese Lage kam, illustriert der rauschhafte Prolog. Auf dem Zenit seiner Party-Karriere lässt er sich unter Einfluss von K auf einen Dreier ein. 
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Ein Zeitsprung um eine Dekade später ist die Party für ihn vorbei. Freundin und Kollegin Sophie (Cara Delevingne, The Oscars) drängt ihn aus seinem eigenen Business, und die Routine aus Clubben, Sex und Drogen betäubt nur noch die Leere in seinem Leben. Letztem fehlen Stabilität, Sinn und Seriosität. Gerade, als sich die negativen Konsequenzen jahrelanger Exzesse zu zeigen beginne, bringt seine flüchtige Party-Bekanntschaft Edison (Kirby Howell-Baptiste, Dead Boy Detectives) ihm seinen Sohn vorbei. So übernimmt Peter wie unzählige Film-Väter vor ihm endlich Verantwortung und fügt sich in heteronormative Konventionen. Genau wie Firstmans Film.  

Fazit

Teils späte Coming-of-Age-Story, teils Buddy Movie, teils Familien-Soap und vor allem Bühne für Jordan Firstman: Dessen Spielfilm-Debüt versankt seinen Erfolg der Adaption und Idealisierung der normativen Strukturen, die es zum Prinzip erhebt. Konformistische Alltagsstrukturen scheinen unausweichlich, selbst für queere Menschen. Alternative Lebenswege reduziert die generische Handlung zur Phase, die jenseits der 30 scheitern bedeutet. Eine ernüchternd spießige Moral für eine enttäuschend derivative Story, deren quirliger Humor queere Pointen für ein straightes Publikum aufbereitet. Ist der flüchtige Charme der kurzweiligen Unterhaltung verpufft, bleibt ein fader Nachgeschmack. 

Autor: Lida Bach
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