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Dante Hicks (Brian O’Halloran) ist 22 Jahre alt, arbeitet in einem Quick-Stop-Laden und hätte heute eigentlich frei. Da sein Kollege jedoch Krank ist und sein Chef lieber nach Vermont fährt, muss er an seinem freien Tag doch den Lebensmittelladen um die Ecke hüten. Sehr zum Verdruss seiner Freundin Veronica (Marilyn Ghigliotti), die ihn eigentlich dazu zwingen will, dass Dante endlich zum Studium geht. Doch dies muss noch warten. So steht vor Dante erst mal wieder ein Tag voller Schwierigkeiten, Verwirrungen sowie typischer Kunden, die zumeist aus halbirren Wahnsinnigen, fragenden Idioten oder gar nichtsnutzigen Besserwissen besteht. Damit allerdings noch nicht genug. Denn während Dante zumindest versucht ein halbwegs vernünftiger Hilfsarbeiter zu sein, bringt ihm sein Kumpel Randal Graves (Jeff Anderson), der nebenan eine völlig desaströse Videothek betreut, immer wieder von der eigentlichen Arbeit ab. Am liebsten philosophieren die beiden hierbei über Sex, Star Wars und über ihren mehr als wichtigen Job. Und wenn es mal doch langweilig werden sollte, schauen noch regelmäßig der dauerfluchende Drogendealer Jay (Jason Mewes) und sein Kumpel Silent Bob (Kevin Smith) herein. Zwischen einem Hockey-Spiel auf einem Dach, einer Trauerfeier zwischendurch sowie deutlicher beziehungstechnischer Problem, wartet so auf Dante eben ein Tag, wie jeder andere…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Kult-Regisseur und Drehbuchautor Kevin Smith ist mittlerweile ein wahres Phänomen. Seien es seine fantastischen Drehbücher, seine meisterhaften Genrebeiträge als Regisseur (unter anderem Chasing Amy, Dogma) oder seine kleinen schauspielerischen Auftritte, alles an Smith hat die Popkultur der letzten zwanzig Jahre beeinflusst. Dabei war es gerade der Auftakt im Jahre 1994, der Smith über Nacht zur Berühmtheit machte. Mit einem Budget von 27.000 Dollar (komplett aus eigener Tasche finanziert) kreierte er damals einen in nihilistischer schwarz-weiß Optik gedrehten sowie grenzwertig vulgären Film, der sich der Frage widmete, wie denn der normale Wahnsinn einer unterbezahlten Hilfskraft Tag für Tag aussehen könnte. Herausgekommen ist mit Clerks – Die Ladenhüter eine hervorragende Komödie, die sich keiner wohldurchdachten Geschichte stellt oder gar mit einer Oscarreifen Performance überzeugt, sondern rau wie ungeschönt eine Wahrheit offenbart, die nicht nur sehr humorvoll daherkommt, sondern auch sehr philosophisch. Es ist eben eine Low-Budget-Indie-Produktion, die sich um die Protagonisten dreht, um ihr Schicksal, ihre Welt und somit den typischen Tag in einem komplett abgedrehten Quick-Stop-Laden. Und spätestens wenn sich Dante mit alltäglichen Kundenproblemen herumschlägt, dürfte in irgendeiner Weise sich jeder mit seinem eigenen Handeln wiederfinden.

Ausgangspunkt der Story ist hierbei der Tag von Dante, den er eher unfreiwillig in seinem Laden verbringen muss. Während sich so scheinbar wahnsinnige Kunden abwechseln, stehen hier vor allem die fantastisch in Szene gesetzten Dialoge im Mittelpunkt. Teils sehr philosophisch, manchmal grenzwertig Vulgär sowie deutlich unter der Gürtellinie, werden viele Themen angesprochen, die zumeist verblüffende Dinge hervorbringen. Legendär ist dabei wohl vor allem die berühmte Todestern-Frage: War es wirklich legitim, dass die Rebellen in Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi den Todesstern in die Luft gejagt haben? Immerhin befand sich dieser noch in Bau und somit waren unzählige freie Facharbeiter an Bord, die mit dem vermeintlichen Krieg überhaupt nichts zu tun gehabt haben. Kollateralschaden, nötige Handlung oder gar die eigene Risikoentscheidung der Arbeiter? Gerade solche spezifischen Fragen von Regisseur Kevin Smith, der ein riesiger Star Wars Fan ist, sorgen dafür, dass sich der Zuschauer sehr schnell mit den Figuren identifiziert, mitdiskutiert und ebenfalls über solche banalen wie eben auch bodenständige Dinge nachdenkt. Doch damit nicht genug, denn während auch die Kunden stets viele Gespräche in den Tagesablauf einbringen, sind es vor allem die verschiedenen Sex-Fragen, die Clerks – Die Ladenhüter eine spezielle Note verleihen. Die moralische Prämisse mag dahinter manchmal zwar zweifelhaft erscheinen, doch für eines sorgt diese Zerstörung des gutbürgerlichen Handelns allemal, für haarscharfe Dialoge, die trotz scheinbarer Oberflächlichkeit einen Sinn offenbaren, der zeigt, dass prüdes Verhalten eine Wunschvorstellung ist. Denn wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt, wie viele Männer die Freundin schon vor einem hatte. Smith wirft so unserer Gesellschaft den Spiegel vor, parodiert, skandalisiert und  karikiert die alltäglichen abstrusen Momente des Lebens und beweist so erzählerisches Geschick, wie es hätte stärker nicht sein können.

Kevin Smith zeigt uns indes ebenfalls zwei Hauptfiguren, die in erster Linie wie zwei offensichtliche Loser erscheinen, denen nicht mehr viel zu helfen ist. Dante hat die Schule geschmissen, arbeitet unglücklich Tag für Tag im Quick-Stop und hat mit der Frage zu kämpfen, ob er lieber seine Ex zurück haben will oder seine Veronica liebt. Sein Kumpel Randal ist hier schon ein Stück weiter. Der scheißt förmlich auf seinen Job und macht auch kein Hehl daraus, dass die Tätigkeit auch ein dressierter Affe übernehmen könnte. Dementsprechend kommt er zu spät, öffnet und schließt die Videothek wie es ihm beliebt und legt sich regelmäßig mit seinen Kunden an, die daraufhin wütend wie schreiend die Flucht ergreifend. Dahinter verbirgt sich allerdings noch viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Denn beide befinden sich auf einem Trip der Selbstfindung, wo ihre Jobs nur Zwischenstationen für das echte Leben sind. Beide präsentieren sich als liebenswerte Antihelden, die eigentlich dafür kämpfen, dass ihnen endlich etwas Glück über den Weg läuft. Wie es aber nun mal ist, passiert Unglück immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Und gerade hier offenbart Smith einen Schluss, der für tosendes Grölen sorgen wird. Doch auch die Liebe zu den Charakteren, zeichnet die dahinfließende Gesichte, die genau einen Arbeitstag dauert, aus. So agieren Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith mit langer Jacke wie mächtiger Statur höchstpersönlich) gekonnt im Hintergrund und lockern die Atmosphäre durch ihr rüpelhaftes wie ungewöhnliches Verhalten immer wieder auf. Beide genießen dabei längst Kultstatus und wurden zu den eigentlichen Stars der berühmten bisher sechsteiligen New Jersey-Reihe, bei der Clerks erst den Auftakt darstellte.

Fazit

"Clerks" ist im Kern eine fantastische Parodie auf die Gesellschaft, die mit Floskeln, Phrasen sowie philosophischen Eigenheiten nur so umherwirft, wodurch eine der stärksten Komödie der noch jungen 90er Jahre entstand. Gerade der Kampf zwischen Hilfskraft sowie Kunde steht im Mittelpunkt, doch auch Dinge wie Freundschaft, Liebe, Selbstbestimmung oder gar Selbstfindung finden ihren Weg in die eigentlich recht gradlinige Geschichte, sodass Kevin Smith ein tiefes nachdenkliches Meisterwerk erschaffen hat, dass selbst heute noch trotz kleinerer Überzeichnungen fesselt. Schlichtweg ein Film, der den Begriff Kult mehr als recht wird.

Autor: Thomas Repenning

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