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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Zwei Migrationsgeschichten zwischen Stadt und Land. Die Landarbeiterin Joana zieht nach zerstörerischen Überschwemmungen in ihrem Heimatort zu ihrer Schwester Tânia, die zusammen mit ihrem Enkel Jaime in São Paulo lebt. Joana tut sich schwer, in dieser „Stadt der Arbeit“ ihren Platz zu finden.

Kritik

Es gibt Filme, die ungeachtet ihrer einheitlichen Dramaturgie in zwei Teile zerfallen. Anders Juliana Rojas asymmetrische Spiegelung zweier Kurzfilme, die weniger eigenständige Erzählungen sind als szenische Skizzen. Dadurch erkrankt sich auch der inszenatorische Verbund der beiden Werke, die einzeln kaum bestehen könnten. Selbst dann nicht, wenn sie auf der Berlinale im Kurzfilmprogramm laufen würden, statt in der Sektion Encounters. Deren experimentellen Formen offener Rahmen umfasst hier ein subjektives Spiel mit narrativer Doppelung, Parallelen und Polarisierung. 

Diese Konzepte betonen bestimmte Motive und psychologische Facetten der beiden Geschichten von Aufbruch, Abschluss und Neuanfang an einem fremden Ort. Im ersten Kapitel ist es die Stadt für Joana (Fernanda Vianna, Fogaréu), die unvermittelt bei ihrer Schwester Tânia (Andrea Marquee, All The Dead Ones) in Sao Paolo vor der Tür steht. Durch einen Dammbruch hat sie alles verloren: ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage und ihr geliebtes Pferd Alecrim. Mit Hilfe Tânias Enkels Jaime (Kalleb Oliveira) wagt sie sich auf berufliches Neuland.

Letztes tun auch Flavia (Mirella Façanha) und ihre Partnerin Mara (Bruna Linzmeyer, Medusa), doch in handfesterer Weise. Flavia will nach dem Tod ihres Vaters die geerbte Farm weiterführen. Doch die Geister der Vergangenheit wollen nicht ruhen und stellen beider Liebe auf die Probe. Ein Buch über symmetrische Welten, eine beiläufige Bemerkung über Parallelexistenzen sowie akustische Akzente und die Hervorhebung von Kreisformen beschwören immer wieder einen kosmischen Zusammenhang herauf, der sich indes weder dramatisch noch abstrakt manifestiert.

Fazit

Filmisch lässt sich Juliana Rojas in ihrem dramatischen Diptych vom Vorbild ihrer Charaktere leiten: Sie wagt sich auf unvertrautes Terrain, überlässt die dramatische Führung scheinbar den beiden Protagonistinnen, die ihre Geschichte wortwörtlich selbst steuern. Diese emanzipatorische Allegorie kontrastiert in ihrem Optimismus mit der harschen Lebenssituationen der Figuren, denen entweder materieller oder familiärer Rückhalt fehlt, aber passt zur freien Form des Duos Musical und Mystery. Schauspielerisch holperig und atmosphärisch unbeständig, verliert es sich im narrativen Nichts.  

Kritik: Lida Bach

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