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Mary Jo Kopechne wird nur 28 Jahre alt. Sie stirbt in einem Auto das nachts von einer Brücke ins Wasser stürzt. Der Lenker kann sich befreien, nimmt jedoch erst 10 Stunden später Kontakt zur Polizei auf. Der Fahrer ist Senator Edward Kennedy, der jüngste der vier Kennedy-Brüder. Als die Öffentlichkeit von dem Unfall erfährt, hat sich bereits das gut geölte Krisenmanagement des Kennedy-Clans in Bewegung gesetzt. Denn Mary Jo hat vermutlich längere Zeit in einer Luftblase unter Wasser überlebt und hätte nicht sterben müssen …

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wenn es um die Kennedy Familie geht, dann auch immer um Integrität, Charme, Fortschritt, Hoffnung und ein geeintes wie schillerndes Amerika. Doch auch immer um Macht! Kein Wunder, ist doch die von Joseph P. Kennedy gegründete politische wie wirtschaftliche Dynastie in alle Ebenen der USA verwoben und verbunden, sodass allein der Name Kennedy für bestimmte Handlungen und Haltungen sorgt. Der berühmte „Kennedy Fluch“ tat schließlich sein Übriges, um einen gewissen Mythos zu erschaffen, der bis heute fortbesteht. Für Regisseur John Curran Grund genug – gemeinsam mit den Autoren Taylor Allen und Andrew Logan - einmal genauer auf diese Machtstrukturen und Mechanismen zu schauen und zwar genau im Jahre 1969. An einem heißen Wochenende auf der kleinen Insel Chappaquiddick, als die Mondmission unter Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin ihren erfolgreichen Raumausstieg absolvierte und zur gleichen Zeit die junge Mary Jo Kopechne bei einem Autounfall mit dem damaligen Senator Ted Kennedy ums Leben kam. Feinfühlig, Detailgenau, inszenatorisch höchst spannend und mit Jason Clarke perfekt besetzt, beginnt dabei eine Reise in die Welt der Kennedys, die selbst heute noch unnahbar, unwirklich und verstörend erscheint.

Dies liegt wohl vornehmlich an der Tat selbst: Erst nach rund 10 Stunden nach dem Unfall meldete sich Ted Kennedy bei der Polizei, wobei später vom Taucher bestätigt wurde – und des Leichenbestatters – dass Mary Jo nach einige Zeit am Leben war und wahrscheinlich hätte gerettet werden können. Das Alibi - Spiel der Macht nimmt diese Tat als Ausgangspunkt für einen spannenden Polit-Thriller, in der die Machtstruktur der damaligen USA (als wohl auch der heutigen) perfekt nach außen gekehrt wird. Während beispielsweise Ted Kennedy wie ein naiver Schuljunge versucht seine Tat zu begreifen, wird um ihn herum ein regelrechter Schutzwall aus Anwälten, Politikvertretern, Lobbyisten und Freunden der Familie gebaut. So ist die Frage der Schuld und der Moral – die immer wieder durchscheint – vornehmlich nebensächlich. Es geht um das Gefühl der Machtlosigkeit angesichts solch eines Apparates, der es nicht nur schafft zu manipulieren, sondern auch Beweise zu verfälschen, Aussagen umzukehren und so Druck aufzubauen, sodass die Wahrheit keine Chance bekommt. Was ist die Wahrheit überhaupt? Selbst nach so vielen Jahren und der wirklich genauen Aufarbeitung von Taylor Allen und Andrew Logan lässt sich dieses wohl kaum richtig beantworten. Was bleibt ist aber die Erkenntnis, dass hier Gerechtigkeit einem scheinbar größeren Ziel untergeordnet wurde – dem Vermächtnis der Kennedy Brüder.

Genau hier erschafft der Film, der zuweilen etwas stark moralisch den Zeigefinger erhebt, sein größtes Potenzial. Denn während Jason Clarke die verschiedenen Phasen seiner Tat durchläuft und von Reue, Ignoranz, Selbstzerstörung, Wahnsinn zu Pflichtgefühl wandert, ist es vor allem die Ambivalenz zwischen Vater (Bruce Dern) und Sohn, die die besten Szenen des Films transportiert. Spürbare Verachtung – und eine große Enttäuschung – liegen in den wenigen Worten und Gesten, die der Vater für seinen Sohn übrig hat. Für Ted Kennedy bleibt ein selbstbestimmtes Leben scheinbar ein Traum, der ihn immer wieder zurück in seine Kindheit versetzt. Gemeinsam spielend mit seinen Brüden, als die Welt noch ohne Erwartungen war, ohne Makel, ohne Macht. Am Ende gelingt es schließlich Regisseur John Curran genau die richtige Stimmung zu erzeugen und mit gekonnten Worten seinen Film abzuschließen. Wo Joseph Gargan (passend naiv von Ed Helms gespielt) mit seiner Familie bricht und versucht das Richtige zu tun, offenbart Ted Kennedy seine vollumfängliche Machtfantasie: „Moses war Jähzornig, Petrus begann Verrat an Jesus und ich habe Chappaquiddick“. Selten war so ein kurzer Dialog so einprägsam, treffend und offenbart dabei so eine große Leere wie hier.

Fazit

"Das Alibi - Spiel der Macht" entpuppt sich als spannender, höchst intensiv inszenierter wie sehr durchdachter Politthriller, der sich gekonnt der Machtstruktur der Kennedy-Familie annimmt. Ted Kennedy wird zum Symbol einer Machtfantasie, die keinerlei Makel kennt – und kennen darf. Die Wahrheit ist dabei ebenso nebensächlich wie eine durchdringende Gerechtigkeit. Während die schillernde und wichtige Vision von John F. Kennedy an dem damaligen Wochenende in Chappaquiddick seinen Höhepunkt erfährt, wird gleichzeitig deutlich wie korrupt an vielen Stellen das politische System mit seinem allumfassenden Machtautomatismus doch ist. Damals, heute und vielleicht gar immer.

Autor: Thomas Repenning

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