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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Drei tschechische Selbsternannte „Patrioten“ werden an die Front des russisch-ukrainischen Krieges versetzt. Sie erleben den Krieg hautnah, nicht nur über das Internet, sondern vor Ort, und werden mit der harten Realität des Konflikts konfrontiert. Sind sie in der Lage zu verstehen, was geschieht?

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Ist der Glaube an Verschwörungstheorien und populistische Propaganda lediglich eine Folge falscher Informationen, deren Korrektur ein Umdenken bewirkt? Können physische Fakten ideologische Verblendung korrigieren? Lassen sich mit genügend Engagement ins rechte Spektrum abgedriftete Menschen doch noch zur Vernunft bringen? Diese Fragen, die sich nahezu alle mit demokratischen Werten nach endlosen erfolglosen Diskussionen im Bekannten- oder Familienkreis schon gestellt haben, dient Robin Kvapil als Grundlage seiner ätiologischen Exkursion. Jene führt den tschechischen Regisseur ins ukrainische Kriegsgebiet.

Die direkte Konfrontation mit der Verheerung soll drei der russischen Propaganda verfallenen Landsleute die Augen für die Realität des Krieges öffnen. Ein offenes Casting ermittelt drei Test-Subjekte: Nikol, Petra und Ivo relativieren oder leugnen den russischen Überfall der Ukraine, in die sie begleitet von Kapvils Kamera reisen. Die Kombination aus Reportage und Road Movie bringt das Trio in zerstörte Städte, in ausgebombte Wohnungen und ins Gespräch mit den Menschen vor Ort, die ihre Schicksale mitteilen. 

Die affektive Empathie der drei Protagonist*innen steht in bizarrem Kontrast zu deren kognitiver Dissonanz. Wenn Ivo auf der Neugeborenen-Station eines Krankenhauses eines der Babys fotografiert und verkündet; „If he gets orphaned, I‘ll adopt him!“ zeigt sich eine über konfliktpolitische Aspekte hinausreichende Realitätsferne. Paradoxerweise zeigen gerade solch demaskierende Durchbruchsmomente die strukturellen Schwächen der provokanten Versuchsanordnung. Menschliches Leid wird zum inszenatorischen und ideologischen Instrument, reduziert auf filmische Funktionalität. Diese Reduktion ist eine eigene Form realitätsentrückter Relativierung. 

Fazit

Die politische Prägung der Personen, denen Robin Kvapil die Unwahrheit der russischen Propaganda mit eigenen Augen sehen lässt, übergeht seine dokumentarische Demonstration ebenso wie deren sozialen Hintergrund und intellektuellen Horizont. Weder eine fundierte Auseinandersetzung mit den Ursachen und Mechanismen ideologischer Resistenz findet statt, noch eine methodische Untersuchung selektiver Wahrnehmung und systematischer Ausblendung. Was bleibt ist die Resignation vor den scheinbaren Grenzen empirischer Evidenz. Leid und Schrecken hinter diesem Abstraktum werden genauso vorgeführt wie diejenigen, die beides abstreiten. 

Kritik: Lida Bach

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