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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Ausreißerin Ju-Ju findet in Kabukicho bei Außenseiter-Jugendlichen ein Zuhause, doch Verrat verwandelt ihren Zufluchtsort in ein Gefängnis und zwingt sie, die Kontrolle zurückzugewinnen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Je hartnäckiger Makoto Nagahisa den mariginalisierten Mikrokosmos, in den seine jugendliche Hauptfigur (Nana Mori, The Makanai: Cooking for the Maiko House) gerät, verstörend und gefährlich darzustellen , desto offensichtlicher wird seine Verklärung der sogenannten Toyoko kids. Eine Clique dieser desolaten Teenager am äußersten Rand der trügerisch akkuraten japanischen Gesellschaft nimmt die wegen ihres Stotterns nur Ju-Ju genannte Jurie, die ihrem von Misshandlung und frömmlerischem Fundamentalismus geprägten Familienheim flieht, in ihrer Mitte auf. Doch die Kameradschaft ist brüchig, pervertiert von Manipulation, Apathie und Eigennutz. 

Letztendlich tauscht die resiliente Protagonistin, die zugleich als Erzählerin fungiert, nur eine toxische Gemeinschaftskonstellation gegen eine andere. Jene unterscheidet sich von Ju-Jus nach außen hin tadelloser Familie durch fehlenden gesellschaftlichen Status, Style sowie ihren destruktiven Alltag. Den visualisiert der Regisseur und Drehbuchautor mit seiner charakteristischen Expressivität, inspiriert von Werbeclips, Musik-Videos und Retro Video Games. Knallige Farben, ruppige Schnitte und schiefe Kamerawinkel ergänzen die wilde Mischung aus Formaten und Formen: Animation, Emoji, Verfremdung, Foto-Strecken und Collage. 

In einem Schlüsselmoment wechselt die Szenerie abrupt zu Bildtext auf schwarzer Leinwand, als seien die sich beständig verschlimmernden Ereignisse nicht länger erträglich. In gewisser Weise trifft dies auch zu, allerdings nicht aufgrund emotionaler Anteilnahme. Die grell-bunte, hektische Optik ist auf Dauer enorm anstrengend und kaschiert nur mühsam die dramaturgische Leere. Das inszenatorische Interesse an den Figuren, die in einer Abwärts-Spirale aus Drogen, Sexarbeit und Gewalt rotieren, beschränkt sich auf deren auffälligen Look, deren Kindlichkeit und den dekadenten Ruf. 

Die eindimensionalen Charaktere bleiben reduziert auf Manierismen oder Äußerlichkeiten. Wris ist autoaggressiv, die „Animal Mädels“ tragen Plüschtier-Onesies, Kokoro muss ständig heulen und Haku ständig pinkeln. Ihre Notlage scheint harsch, aber auch cool und schillernd; ein radikaler Regelbruch in auf Assimilation ausgerichteten Strukturen. Trotz Nana Moris engagierten Schauspiels kommt nie menschliche Nähe auf. “Tokyo is like a children’s center for kids who are full of holes.”, sagt Wris. Nagahisa kann diese Leere weder psychologisch noch emotional füllen. 

Fazit

Alles abfackeln. Klingt rebellisch, ist aber letztlich platt und prätentiös. Wie bereits Makoto Nagahisas Kino-Debüt We Are Little Zombies nutzt sein spekulatives Jugenddrama eine schrille Optik und stilistische Spielereien, um den Mangel an Charakterentwicklung und narrativer Substanz zu verdecken. Wohl nicht zufällig erscheint die sprunghafte Story in Folge einer Reihe von Foto-Strecken und TV-Berichten über Toyoko kids. Deren Motive, individuelle Schicksale und Gefühle werden ebenso übergangen wie die die strukturellen und soziologischen Hintergründe ihrer Situation. 

Kritik: Lida Bach

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