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Künstler Dan hat ein Problem mit seinem neuen Ferienhäuschen. Es ist weder die Lage, noch ein Bauschaden oder die Einrichtung. Es spukt nur wie verrückt. Um das Problem zu beheben, heuert Dan den Geisterjäger und Exorzisten Os an.

Kritik

Tonlagenwechsel sind eine ziemlich schwierige Angelegenheit für einen Film. Manchmal kommen sie langsam und schleichend, wie bei North by Northwest, manchmal kommen sie abrupt wie bei From Dusk Till Dawn und manchmal einmal für jeden Akt des Films wie bei Hot Fuzz. In jedem Fall braucht es eine gehörige Menge Können, bei einer bestimmten Art von Film anzufangen und die Richtung irgendwann nochmal komplett zu wenden. Wenn dieses Können nicht vorhanden ist und man so eine Wendung trotzdem vornimmt, ist das eine absolute Katastrophe für einen Film. Another Evil nimmt so eine Wendung mehr als einmal vor. Nicht auf eine grandiose Art und Weise, aber durchaus passabel.

Der Film beginnt zunächst als haunted house Film, der zwar den üblichen Rhythmus anschlägt (Geräusche in der Nacht, bewegende Gegenstände, geisterhafte Erscheinungen, etc.), sich dabei aber nicht nur auf die billigen Tricks wie Jump-Scares verlässt, sondern eher bestimmte Einstellungen verlässt. Aber sobald man beginnt, sich auf einen gruseligen Geisterfilm zu freuen, nimmt der Film eine gänzlich andere Richtung ein, weil die Familie nicht versucht, das Problem zu ignorieren, sondern sofort professionelle Hilfe herbeiruft.

Das Witzigste an dem Film sind die Geisterjäger und ihre abstrusen Methoden. Nicht nur die sachliche "Ja, klar"-Einstellung, die sie an den Tag legen, sondern auch dass sie nicht den klischeehaften Vorstellung der Geisterjagd entsprechen und mit welchen abstrusen Methoden man stattdessen konfrontiert wird. Das wird durch Dans regloser Mimik und trockenen Antworten perfekt kontrastiert.

Dazu muss aber auch gesagt werden, dass der Film bei weitem nicht so schnellebig und ereignisreich ist, wie man durch die Prämisse annehmen sollte. Tatsächlich geht er sogar sehr langsam vor und lebt vor allem durch seine langen Dialogszenen. Die aufkeimende Freundschaft zwischen Dan (Steve Zissis) und Os (Mark Proksch) ist ein zentrales Thema. So zentral, dass die Geister irgendwann total zur Nebensache werden. Das mag etwas enttäuschend sein, wenn man einen geradlinigen Geisterfilm haben möchte. Allerdings ist es eine erfrischende Abwechslung, wenn ein Film sich die Mühe macht, konstant neue Dinge zu machen. Sobald man glaubt Another Evil als eine bestimmte Art von Film definiert zu haben, wählt er eine neue Richtung. Gerade für erfahrene Filmfans ist das eine interessante Erfahrung.

Fazit

"Another Evil" wandelt sich von einem legitimen Gruselfilm zu einer Komödie über Männerfreundschaft und bis zu einem Psycho-Thriller. Das klingt erstmal nach einer ziemlich schrägen Kombination, funktioniert aber gerade aufgrund der Dialoge zwischen Dan und Os ganz gut.

Autor: Sören Jonsson

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