Story
In der nahen Zukunft. Mehrere Jahre sind vergangen, seit die Menschheit das Erz Lunum entdeckt hat. Das aus Lunum veredelte Lunafilament ist ein traumhaftes Material, das nicht nur die Form sondern auch Eigenschaften und Funktionen durch Kopieren von Objektinformationen reproduzieren kann. Eines Tages jedoch ging der Kontakt zwischen der Erde und der Station auf dem Mond verloren, die der Erforschung und Weiterentwicklung des Lunafilaments gewidmet war. Es wurde umgehend ein Untersuchungsteam ausgesandt, jedoch ereignete sich kurz nach dessen Eintreffen ein massives Mondbeben. Hugh Williams – getrennt von seinem Team, bewusstlos und schwer verletzt – wird von einem mysteriösen Androiden in Gestalt eines jungen Mädchens entdeckt. Sie ist ein Pragmata, erschaffen mithilfe von Lunafilament.
Kritik
Vor allem im AAA-Bereich kommt es eher selten vor, dass sich Videospiele etwas Neues trauen. Bei hohen Produktionskosten fährt man eben lieber die sichere Schiene und gibt den Spielern einen Mix aus vertrauten Elementen, die sich bereits bewährt haben. Das neue Action-Adventure Pragmata von Capcom wagt mit einer ungewöhnlichen Idee allerdings doch ein Experiment und zeigt, dass sich ein wenig Mut in der Entwicklung durchaus bezahlt macht: Pragmata fühlt sich herrlich frisch an und macht einen Heidenspaß.
Doch was genau ist Pragmata denn nun? Im Grunde handelt es sich um eine Mischung aus Third-Person-Shooter und Hacking-Game. Wir steuern den Raumfahrer Hugh Williams durch eine Raumstation auf dem Mond, die von einer feindlichen KI übernommen wurde. Um uns gegen die außer Kontrolle geratenen Androiden und Roboter zur Wehr zu setzen, greifen wir auf rohe Waffengewalt zurück. Der Haken dan der Sache: Wir machen dabei kaum Schaden, da unsere Gegner zu stark gepanzert sind. Hier kommt unsere Weggefährtin Diana zum Einsatz, die sich per Huckepack an uns klammert und Feinde aus der Distanz hackt. Das geschieht jedoch nicht automatisch, sondern wird ebenfalls von uns gesteuert. Wir ballern, weichen geschickt aus und hacken – alles gleichzeitig.
Auch wenn man sich wahrscheinlich schon ungefähr denken kann, in welche Richtung die Story verläuft, wird diese recht ordentlich erzählt und kann im Laufe der Zeit auch mit einigen kleinen emotionalen Momenten punkten. Die beiden Protagonisten unterhalten sich während des Abenteuers stetig miteinander und finden vor allem in den ruhigen Momenten, wenn man sich in seinen Hub-Bereich zum Aufrüsten oder Freischalten neuer Skills und Waffen zurückzieht, zueinander, um auch die Bindung zum Spieler zu stärken.
Das rund 15-20-stündige Abenteuer spielt sich in verschiedenen Bereichen einer Raumstation ab, die sich visuell und teils auch spielerisch angenehm voneinander unterscheiden und somit stetig für Abwechslung sorgen. Mal geht es durch Außenbereiche, die einer schillernden Großstadt nachempfunden wurden, dann durch Biolabore und Forschungseinrichtungen oder auch mal mit verminderter Schwerkraft über die Mondoberfläche. Das Entwicklerteam zeigt reichlich Kreativität bei der Gestaltung der Umgebung, um Spielern durchgehend etwas fürs Auge anzubieten und das Ganze atmosphärisch dicht zu verpacken.
Dank der hauseigenen RE Engine schaut Pragmata auch noch fantastisch aus. Auf der getesteten PS5 Pro lief das Game jerderzeit flüssig und nutzt dabei die Vorteile des PSSR-Upscaling, um die Bildqualität noch weiter zu verbessern. Bugs fielen während des Spielens keine auf, es handelt sich also tatsächlich mal um ein sauber abgeliefertes Spiel, das keine Probleme macht. Auch die Vertonung ist gelungen und kann sich sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchro hören lassen.
Fazit
Pragmata bringt frischen Wind in den AAA-Bereich und zeigt, dass eine auf dem Papier ungewöhnlich klingende Mischung aus Gamepleay-Mechaniken durchaus gut funktioniert, wenn sie durchdacht umgesetzt wird. Lohnenswert für alle, die Lust auf etwas Neues haben oder generell Freude an toll inszenierten Action-Adventures haben.