Inhalt
Alice Monroes romantischer Frankreichurlaub wird zum gefährlichen Rätsel, als ihr Freund Tom Parker aus dem Zug nach Marseille verschwindet und sie gezwungen ist, verborgene Wahrheiten seiner Vergangenheit aufzudecken.
Kritik
Kaley Cuoco dürfte den meisten als Penny aus der Sitcom The Big Bang Theory bekannt sein. Dort hat sie 12 Jahre lang ihr komödiantisches Talent unter Beweis gestellt, wie auch in weiteren Komödien wie Hop – Osterhase oder Superstar? oder Die Trauzeugen AG oder zuletzt in der Serie Based on a True Story. Dass sie auch ernste Rollen spielen kann, beweist sie nun in der Miniserie Vanished – Vertraust du ihm?. Hier verkörpert sie die Archäologin Alice Monroe, die eigentlich nur ein paar entspannte Tage mit ihrem Freund Tom (Sam Claflin, Ein ganzes halbes Jahr) in einem luxuriösen Resort in Südfrankreich verbringen will. Doch auf der Zugfahrt von Paris nach Marseille verschwindet Tom spurlos und für Alice beginnt ein aufregendes Abenteuer, das sie durch ganz Marseille führt und immer tiefer in ein Netz aus Lügen und Intrigen zieht und in Lebensgefahr bringt. Cuoco überzeugt hier vollends. Die Rolle als verzweifelte Frau auf der Suche nach der Wahrheit und auf der Flucht spielt sie überzeugend, wobei sie auch Actionparts gut meistert.
Die Action ist zwar wohl dosiert, dafür wirkt es insgesamt glaubwürdiger. Die Glaubwürdigkeit schwindet hingegen bei der Story von Folge zu Folge, genauso wie die Spannung. Die ersten beiden Episoden der vierteiligen Serie bauen noch einen ordentlichen Spannungsbogen auf, indem Spuren gelegt werden und sich Ereignisse aneinanderreihen, die neue Fragen aufwerfen. Durch gut eingestreute Rückblicke auf den Beginn der Beziehung zwischen Tom und Alice lernt man nicht nur die beiden Figuren näher kennen, sondern sie ermöglichen zugleich eine Neubewertung der Ereignisse im Kontext der sich im Laufe der Handlung ergebenden neuen Fakten. Dabei schwankt die Serie zwischen Thriller und Krimi mit einer Prise Suspense und wirkt sogar realistischer als so mancher Thriller, weil die Protagonistin nie zur Superheldin mit unerwarteten Kräften mutiert. Doch zunehmend merkt man, dass die Serie nicht mehr zu überraschen weiß. Zu oft ist die Handlung vorhersehbar, die Nebenfiguren sind durchschaubar und jeder gut gedachte Plottwist lässt sich weit im Voraus erahnen.
Vanished hätte aber thematisch sogar einiges zu bieten. Um die Spannung nicht vollends zu untergraben, soll an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangen werden. Zu schnell könnte dann das Spannungsgerüst schon in den ersten beiden Folgen zum Einsturz gebracht werden. Die Story ist jedenfalls ausbaufähig, doch die Thematik ist nicht mehr als ein Aufhänger für die Serie. Das es mit dem Thrill auf Dauer nicht funktioniert, dürfte ebenso an den Nebenfiguren liegen, die absolut blass bleiben. Matthias Schweighöfer (Das Leben der Wünsche) ist hier nicht mehr als ein Kleindarsteller mit austauschbaren Dialogen. Karin Viard (Verstehen Sie die Béliers?) als Journalistin ist in dieser Riege vielleicht noch als Lichtblick zu betrachten, denn tatsächlich hat ihre Figur sogar eine Geschichte. Die Serie macht jedoch nicht alles falsch, obwohl es danach klingen mag. Man sollte nicht das nächste Serienhighlight erwarten, aber dank einer gut aufspielenden Kaley Cuoco, einem packenden Auftakt und einer wunderschönen Kulisse in Marseille, hat Vanished Unterhaltungswert für einen netten Serienabend, an dem sich die vier Folgen mit einer Länge von ca. 45 Minuten gut am Stück schauen lassen.
Fazit
„Vanished – Vertraust du ihm?“ setzt auf bekannte Muster im Crime- und Thriller-Genre, hat aber dennoch seine spannenden Momente. Leider weiß die Serie dies nicht auf Dauer auszuspielen und so lässt die Spannung von Folge zu Folge nach und wird immer durchschaubarer. Mehr Kontinuität wäre sicherlich ein Pluspunkt, zumal die Grundidee der Miniserie noch viel mehr zu bieten gehabt hätte. Immerhin kann Kaley Cuoco mit der Serie beweisen, dass sie mehr kann als nur Comedy und das ist doch auch viel wert. „Vanished“ wird allerdings nicht für allzu viel Gesprächsstoff sorgen, man kann sich aber gut die Zeit vertreiben.