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"Die purpurnen Flüsse" - Staffel 2 - Kritik

OnealRedux

Von OnealRedux in "Die purpurnen Flüsse" - Staffel 2 - Kritik

"Die purpurnen Flüsse" - Staffel 2 - Kritik Bildnachweis: © Edel Germany GmbH

Das goldene Zeitalter der Serien (welches immer noch kein Ende gefunden hat) bringt neben vielschichtigen und neuartigen Projekten auch jede Menge Klassiker zurück auf den Bildschirm. Egal ob Fortsetzungen, Verlängerungen oder eben Umsetzungen von ehemals Film/Kinoproduktionen. So auch bei Die purpurnen Flüsse (OT: Les rivières pourpres), für die Romanautor und Drehbuchschreiber Jean-Christophe Grangé selbst die kreative Kontrolle übernahm. Wo einst Jean Reno das ungewöhnliche wie groteske Grauen aufspürte, folgen ihm nun Olivier Marchal und Erika Sainte. Allerdings hinterließ die holprige erste Staffel bei den Fans und Thriller-Freunden ein paar Fragezeichen. Oftmals waren die Fälle zu wirr und zusammengebaut, sodass zwar Spannung aufkam, diese aber immer wieder durch Sprünge in der Erzählung unterbrochen wurden. Nun legt die belgische Produktion mit einer zweiten Staffel nach, welche seit dem 04.12.2020 auf DVD/BD im Handel erhältlich ist. Wir haben uns einmal ins Abenteuer gestürzt.

Story

Kommissar Niémans und seine Kollegin Camille Delauney vom Pariser „Zentralbüro für Gewaltverbrechen“ ermitteln in vier neuen, bizarren Fällen, die sie in unterschiedliche französische Provinzen führen. Dabei sind mysteriöse Begleitumstände an der Tagesordnung. Eine Mordserie, die stark an die erbarmungslosen Hexenjagden im Mittelalter erinnert, skrupellose Reliquien-Diebstähle und Märtyrer-Tode sowie grausame Morde, die afrikanischen Opferritualen nachempfunden sind, erfordern all ihr Können. Und in einem Fall muss Camille sogar um ihren Sohn bangen. Gelingt es ihr, sein Leben zu retten?

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Insgesamt acht neue Folgen erwarten uns indes in der zweiten Staffel von Die purpurnen Flüsse, die sich natürlich erneut vor allem dem Ungewöhnlichen und Religiösen widmen. Als jeweilige Doppelfolgen inszeniert, erwarten uns so Hexenrituale, gestohlene Reliquien, ein afrikanischer Ritualmord und merkwürdige wie tödliche Experimente. Dies ist insgesamt wieder erneut sehr spannend, düster und auch teils blutig Inszeniert und wartet an vielen Stellen – trotz gängiger Klischees – mit einigen Überraschungen auf. Sogar gesellschaftliche Kritik kann Jean-Christophe Grangé an vielen Stellen gut verbauen. Es ist aber vor allem das Okkulte und Makabere, was zu gefallen weiß. Und während die Fälle schon ungewöhnlich sind, braucht es natürlich auch ein passendes Team. Erneut sind hier Pierre Niémans und Camille Delaunay sehr passend unterwegs. Mit ungewöhnlichen Herangehensweisen brechen sie auch gerne mit Vorschriften oder typischen Ermittlungsmethoden. Hier seht vor allem das Derbe und verrohte im Vordergrund. Dies mag nicht jedem gefallen – und sorgt an vielen Stellen leider auch dafür, dass sich Sympathien sehr ambivalent verteilen – kann aber überzeugen und interessante Folgen bieten.

Überhaupt ist die zweite Staffel von Die purpurnen Flüsse etwas direkter und konsequenter geworden. Hier wurde deutlich mehr Tempo in die Erzählung gedrückt, was natürlich auch der Stimmung zugutekommt. Gerade wenn es sehr mysteriös und grotesk wird, kann die Serie vollends überzeugen und bedient die Andersartigkeit perfekt. Am Ende ist dies allerdings auch eines der größten Probleme: Während Pierre Niémans und Camille Delaunay im brutalen verschwinden, ist der Zuschauer zum Folgen verdonnert. Die Spannung entsteht so vor allem aus der Auflösung und dem Unbekannten. Wie schon bei den Filmen, steckt aber hinter jedem Fall auch ein Stück Relevanz. Etwas, was das Okkulte mit unserer Welt verbindet. Hier gelingt es schließlich der zweiten Staffel auch erzählerisch zu punkten. Die Inszenierung selbst, ist indes auf gewohnt guten Niveau, aber niemals an der aktuellen Spitze der Serien. Zumindest das Duo bestehend aus Olivier Marchal und Erika Sainte kann überzeugen. Insgesamt ist somit die zweite Staffel ein Stück besser als noch der Start 2018. Wir haben aber immer noch Luft nach oben.

DVD

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Technisch gesehen ist die Veröffentlichung von Edel Germany GmbH (seit dem 04.12.2020 im Handel) gelungen: Das Bild ist angesichts der Möglichkeiten der DVD kräftig, scharf und kontrastreich und auch der Ton – vorliegend in Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Französisch (DTS-HD Master Audio 5.1) – ist gut abgemischt und erzeugt einen tollen Raumklang.

Fazit

Dank des etwas Anderen – und vor allem rabiaten – Ermittler-Duos und den grotesken gar schon diabolischen Fällen, ist die zweite Staffel von Die purpurnen Flüsse erneut sehenswert. Einige Schwächen, wie zum Beispiel eine zu behäbige Erzählweise, wurden sogar ausgemerzt, sodass mehr Spannung im Mittelpunkt steht. Am Ende ist es aber manchmal dann doch etwas zu viel Okkult, Fantasterei und über das Ziel hinaus. Fans der Vorlage werden aber erneut voll auf ihre Kosten kommen.

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