Bildnachweis: © Kore Yamazaki/Mag Garden・Mahoyome Partners

"Die Braut des Magiers" - Volume 1 - Kritik

von Miriam Aissaoui

Story

Nach dem Suizid ihrer Mutter und dem Verschwinden ihres Vaters beschließt die 15-jährige Chise Hatori, sich bei einer Auktion anbieten zu lassen. Als sie auf der Bühne des Auktionshauses steht, taucht plötzlich ein mysteriöser Mann mit Wolfsschädel und Ziegenhörnern auf und macht ein Angebot, das niemand auf der Auktion überbieten kann. Sein Name ist Elias Ainsworth, von Beruf Magier. Er nimmt Chise mit auf sein Anwesen in England und eröffnet ihr, dass sie von nun an seine Schülerin ist und dass er plant, sie zu seiner Braut zu machen. Denn Chise ist kein gewöhnlicher Mensch, sondern eine waschechte Slay Vega – eine Art Medium, mit der Gabe, magische Wesen und Energien anzuziehen und einzufangen. Doch nicht alle übernatürlichen Kreaturen sind den Menschen wohlgesonnen…

Kritik

Die Braut des Magiers basiert auf einer Reihe der Mangaka Kore Yamazaki, die sein erster großer, weltweiter Erfolg wurde, sich mehr als über vier Millionen Mal verkaufte und in 14 Sprachen übersetzt wurde. Naheliegend war also auch eine Anime-Serie, die Wit Studio (Attack on Titan) mit 24 Folgen auf den Markt brachte - 3 weitere OVAs folgten. Regie übernahm Norihiro Naganuma, der nicht nur an unzähligen hochwertigen Anime-Produktionen mitwirkte, sondern auch maßgeblich als Key Animator für Das Mädchen, das durch die Zeit sprang tätig war. Der Manga ist in Japan fortlaufend und wird im deutschen Raum durch Tokyopop vertrieben.

Der Einstieg erfolgt ziemlich abrupt mit einer Auktion, in der sich die 15-jährige Chise Hatori zum Kauf anbietet. In der Welt der Zauberer und Magier (die sich hier unterscheiden)ist das wohl nichts Besonderes. Außergewöhnlich allerdings ist Chise selbst, die eine sogenannte Slay Vega darstellt und die Fähigkeit besitzt, mit all möglichen magischen Wesen zu interagieren. Der Magier Elias Ainsworth erwirbt sie für einen hohen Preis und nimmt sie mit nach Hause, um sie auszubilden und ihr Ersatzvater und – wie sich dann herausstellt – Ehemann zu sein.

Hier ist der erste Indikator, dass bei diesem Anime einige angenehme Überraschungen auf den geschulten Konsumenten warten. So ist Elias ein großgewachsener Mann mit einem Wolfsschädel, aus dem zwei Hörner wachsen und der sich ohne viel Mimik ausdrückt. Wir haben hier also weder optisch noch charakterlich wirkliche starre Stereotypen. Chise ist für ihr Alter sehr ruhig und besonnen, schwebt melancholisch und in sich gekehrt durch die ersten Folgen und taut erst nach und nach etwas auf – die Charakterentwicklung ist realistisch und angemessen für einen 24 Folgen Anime.

Erwähnenswert ist die kulturelle und landschaftliche Vielfalt, die in dem Werk von Yamazaki Einzug hält. Durch einen frühen und interessierten Kontakt mit Geschichten aus der altenglischen Literatur und keltischen Legenden, baut die Mangaka die vielfältigsten Orte und Wesen geschickt in ihr Geschehen ein. Wir reisen mit Chise und Elias durch England oder auch Island, durchstreifen ländliche Dörfer oder weitläufige Haine, in denen Feen durch das Blattwerk flattern. Aufgebaut ist der Anime in kleinere Arcs, die in sich abgeschlossen eine Handlung erzählen, während das große Ganze um Chise und Elias Stück für Stück weiter aufgebaut wird. Dabei scheuen die Macher auch nicht vor blutigen oder gruseligen Szenen, die einen krassen Kontrast zu der sonst farbenfrohen und fantastischen Welt bilden. Nach 6 Folgen hat Die Braut des Magiers auf jeden Fall schon eine Tendenz zu einem hochwertigen, andersartigen Anime bewiesen.


Technischer Part

Die Limited Sammlerschuber-Versionder Blu-Ray zu "Die Braut des Magiers" aus dem Hause Kazé (VÖ: 7. November 2019), bietet Fans eine wunderschön aufbereitete Edition des Anime, die leider mit hartnäckigem Klebematerial des Papierumschlags zu kämpfen hat, der gegebenfalls Schäden hinterlassen könnte – vorsicht!
Platz für alle kommenden Volumes bietet der geräumige Schuber, die einzelne Volume ist ebenfalls hochwertig gestaltet. Auf der ersten Blu-Ray selbst finden 6 Episoden Platz, zu dem als Bonus das Clean Opening und Ending. Das Bildformat ist in 1920 x 1080p gestochen scharf und kann mit vibranten Farben überzeugen. Als Tonspuren liegen Deutsch und Japanisch in DTS HD MA 2.0 vor – deutsche Untertitel in einer angenehmen Größe und Farbe können an und ausgeschaltet werden.


Fazit

"Die Braut des Magiers" ist eine wunderbare Verflechtung alter Mythen, Wesen und optisch ansprechender Fantasyelemente. Die Geschichte beweist schon in den ersten sechs Folgen eine angenehme Tiefgründigkeit und scheut vor sehr erwachsenen Themen nicht zurück. Einen Blick sollte jeder Fantasyliebhaber der japanischen Zeichentrickkunst auf jeden Fall wagen.

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