Bildnachweis: © Twentieth Century Fox

"Bones" - Season Eleven - Kritik

von Thomas Repenning

Wenn es um langlebige wie erfolgreiche TV-Serien geht, dann ist Bones – Die Knochenjägerin von Hart Hanson ganz vorne dabei. Nun, 2017 bekam Bones dann zwar doch ihre letzte und finale 12. Staffel bekannt, doch eigentlich dachten die Fans das bereits nach dem großen Finale in Staffel 10 Schluss sein würde. Von daher bekamen Fans noch einmal zwei fast vollständige Staffeln zu sehen, die die Serie gut in einen Abschluss führten. Seit dem 24.05.2017 ist nun dank Twentieth Century Fox endlich die 11. Staffel der beliebten wie amüsanten Crime-Serie im Handel erhältlich. Grund genug, um noch einmal genauer nachzuschauen und sich die Frage zu stellen, ob es die taffe Anthropologin Dr. Temperance Brennan (Emily Deschanel) sowie der liebenswerte wie knallharte FBI-Agent Seeley Booth (David Boreanaz) mit Ehe, zwei Kindern und jeder Menge mysteriöser Fälle schaffen, alles in Einklang zu bringen. Und die kurze Antwort darauf lautet: Ja, denn mit den Stärken der Serie kann auch die 11. Staffel erneut beweisen, dass Bones lockerleichte wie spannende Unterhaltung ist, die gelungen sein ganz eigenes Universum offenbart.  

Story

Nach dem Ende der zehnten Staffel und dem damit verbundenen Abschied von Brennan und Booth aus dem Jeffersonian Institute, erfolgt ein kleiner Zeitsprung zu Beginn von Staffel 11. Sechs Monate nach ihrem Ausstieg hat Temperance ihr zweites Kind bekommen und Seeley kümmert sich nun um die Ausbildung von FBI-Rekruten. Ihr neues Leben wird jedoch durcheinander geworfen, als bei einer verbrannten Leiche die Waffe von Booth gefunden wird. Da dieser zum Zeitpunkt der Entdeckung verschwunden ist, kommt der Verdacht auf, dass es sich bei dem Toten um ihn handelt. Brennan wird daraufhin wieder als Ermittlerin tätig und macht eine tragische Entdeckung, die auf den gesamten Verlauf der Staffel Auswirkungen haben wird.

Die 11. Staffel von Bones liefert uns indes noch einmal insgesamt 22 Folgen. Natürlich abermals vollgepackt mit jeder Menge spannender, kurioser, gar schon bizarrer Fälle sowie gnadenlos guten wie teils überzogenen Charakteren, die man einfach ins Herz schließen muss. Allen voran natürlich das grandiose Duo aus Brennan und Booth. Der Anfang der Staffel beginnt indes mit einem regelrechten Paukenschlag: Nachdem klar war, dass Brennan und Booth das Jeffersonian Institute verlassen, sind nun insgesamt sechs Monate vergangen – und mit Sohn Hank ist die Familie erneut gewachsen. Jedoch scheint Booth verschwunden, und mehr noch: Seine Leiche wird gefunden! Nun, hier haben die Autoren aus der Not eine Tugend gemacht, denn Darsteller David Boreanaz war zu Beginn des Drehs der Staffel gesundheitlich angeschlagen. Hier zeigt sich dann auch schnell, dass es den Autoren von Bones immer wieder gelingt die bekannten Konstellationen – die durchaus mittlerweile etwas ermüdend wirken – neu zu verpacken und ansprechend zu garnieren. Natürlich immer im Mantel von sehr spannenden Fällen, die viel mehr Puzzeln wirken als alles anderem. Wenn dann später zum Beispiel ein toter Magier mit Zaubertricks aufwartet, vermischt sich wieder gekonnt Wissenschaft/Wahrheit mit Vorstellungskraft und Krimi-Motiven. Fans bekommen hier also erneut die fantastische Mischung, die die Serie zum Erfolg brachte.

Daneben liefern natürlich auch wieder Emily Deschanel sowie David Boreanaz eine absolute Glanzleistung ab. Egal ob verheiratet oder auf Verbrecherjagd oder auf der Suche nach jedem noch so kleinen Detail: Es funktioniert einfach und liefert eine Performance, die einen schnell in den Bann zieht. Dies gilt natürlich auch für die vielen Nebencharaktere, die nicht nur mit Herz ausgestattet wurden, sondern auch immer wieder eigene Fragestellungen oder Probleme mitbringen. Gemeinsam löst das Team also nicht nur gekonnt Mordfälle, sondern sorgt auch für kleine Figurenentwicklungen. Etwas überflüssig dagegen ist wohl die Crossover Folge The Resurrection in the Remains, die Bones in Verbindung mit Sleepy Hollow bringt. Wer beide Serien kennt, weiß, dass eine solche Verbindung nicht nur wenig realistisch erscheint, sondern gar den Mythos von Bones zerstört. Denn wo eigentlich Wissenschaft im Vordergrund steht, sind plötzlich Fantasie, Magie und Fabelwesen im Vordergrund (wenn auch nicht so stark wie in einer eigenen Sleepy Hollow Folge). Die Macher haben hier auf einen Publikum-Schub gehofft, sodass die dritte Staffel – in dem Falle die Folge Dead Men Tell No Tales – nach oben gebracht wird. Funktioniert hat dies wenig und auch den Fans hat diese Verbindung wenig zugesagt. Der Rest der Staffel bringt unterdessen wieder einen knochentrockenen Humor, jede Menge Wortwitz und eben Spannung. Richtig gelungen ist dabei das Finale, welches nicht nur mit einer großen Überraschung punktet, sondern auch mit einem sehr guten Cliffhanger überzeugt. Dies steigert die Vorfreude auf die zwölfte und finale Staffel nochmals ungemein – auch wenn dann schon ein lachendes wie tränendes Auge wartet.

DVD

Die DVD von Twentieth Century Fox ist gemessen an den technischen Möglichkeiten gut und bietet wenig Schwächen. Das Bild ist kräftig und relativ scharf und kann auch in dunklen Szenen punkten, wenn auch die Details nicht immer vollständig erkennbar sind. Der Ton – vorliegend in Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1) – ist im O-Ton deutlich runder, kann aber auch auf Deutsch überzeugen. An Extras gibt es einige entfalle Szenen sowie etwas Spaß am Set

Fazit

Fans hatten schon gar nicht mehr darauf gehofft, dass es nach der 10. Staffel überhaupt weitergeht: Doch das tat ist und so bringt uns die 11. Staffel noch einmal 22 Folgen voller Herzblut, trockenen Humor, spannenden Fällen sowie einem ungewöhnlichen Ermittler-Duo, welches sich über die Jahre hinweg gut weiterentwickelt hat. Fans können hier trotz einiger Ermüdungserscheinungen bedenkenlos zugreifen und werden auf einen langsam kommenden Abschied gut vorbereitet. Eine klare Empfehlung.

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