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"Big Little Lies" - Staffel 2 - Kritik

siBBe

Von siBBe in "Big Little Lies" - Staffel 2 - Kritik

"Big Little Lies" - Staffel 2 - Kritik Bildnachweis: © HBO

Story

Die fünf Mütter Madeline, Celeste, Jane, Renata und Bonnie (Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodley, Laura Dern, Zoë Kravitz) halten nach dem Abend der Schul-Benefizgala loyal zusammen. Doch die Lüge, die sie verbindet, lastet schwer auf jeder einzelnen. Die Beziehungen zu ihren Partnern und Kindern leiden darunter. Die Situation verschärft sich, als Perrys Mutter Mary Louise Wright (Meryl Streep) in Monterey auftaucht. Sie will wissen, was mit ihrem Sohn geschehen ist. Wie lange können die fünf Frauen die Wahrheit vor ihr verbergen? 

Kritik

Eine Staffel, die es eigentlich gar nicht geben sollte: Big Little Lies war ursprünglich als Mini-Serie konzipiert, die ihre Geschichte, die  auf dem New York Times-Bestseller von Liane Moriarty (Tausend kleine Lügen) basiert, über 7 Folgen hinweg auserzählt hatte. Wenn man aber überall Begeisterung und Lob erntet sowie unzählige Preise gewinnt, darunter 4 Golden Globes und 8 Emmys, fällt ein Abschied eben doch schwer. Also gab HBO seiner Vorzeigeserie grünes Licht für eine weitere Staffel.  Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club), der über die erste Staffel hinweg Regie führte, war diesmal aber nicht mehr verfügbar, da er sich mit Sharp Objects einem anderen vielversprechenden Projekt gegenüber verpflichtete. Also engagierte man Andrea Arnold (American Honey) für den Job, die ihre eigene Note in die Serie bringen sollte. Angeblich kam es nach Ende des Drehs aber zu Unstimmigkeiten hinter den Kulissen, Arnold wurde die kreative Gewalt über die Post Produktion entzogen, stattdessen sprang Vallée ein, um das Material so zu formen, dass es stilistisch zu  seiner ersten Staffel passt. Ob Arnolds Schnitt-Fassung nun besser oder schlechter gewesen wäre, werden wir wohl nie erfahren, zumindest aber haben die Verantwortlichen das erreicht, was sie vorhatten: eine Fortsetzung, die sich genau wie die erste Staffel anfühlt. 

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Staffel 2 macht genau da weiter, wo die erste endete: Über dem kalifornischen Küstenstädtchen Monterey hängt noch der tödliche Unfall in der Luft, viele der Bewohner vermuten einen Mord dahinter und glauben in den sogenannten "Monterey Five" die Schuldigen gefunden zu haben. All die vielen Geheimnisse und Lügen machen unseren fünf Protagonistinnen Madeline, Celeste, Jane, Renata und Bonnie (Reese WitherspoonNicole KidmanShailene WoodleyLaura DernZoë Kravitz) zunehmend zu schaffen, vor allem die um den Tod von Perry (Alexander Skarsgård) wiegt schwer. Generell entstehen durch die Unwahrheiten zahlreiche Probleme: Madeline verheimlicht ihrem Mann Ed (Adam Scott) beispielsweise noch immer ihren Seitensprung, der nun nach und nach ans Tageslicht kommt und die Ehe aufs Spiel setzt, wodurch sich ein weiterer spannender (später überaus unterhaltsamer) Handlungsstrang ergibt. 

Vor allem aber Gewalt ist nach wie vor ein wichtiges Thema in Big Little Lies, immer wieder stehen Vergewaltigung, Missbrauch, Mobbing oder der verübte Mord im Fokus. Die Serie übernimmt viele der ursprünglich thematisierten Probleme seiner Charaktere und baut sie nun in der Fortsetzung detaillierter aus, indem die Fassade dieser Upper Class-Ladies weiter demontiert wird. Das fühlt sich insgesamt sehr stimmig an, ohne je aufgesetzt zu wirken. Eben eine konsequente, logisch aufgebaute Weitererzählung der vorherigen Geschehnisse. 

War die Serie ohnehin schon traumhaft besetzt, gelingt ihr mit dem Hinzufügen von Meryl Streep  nochmals ein wahrer Coup. Die meisten Darstellerinnen würden als Neubesetzung neben all den großen beteiligten Namen, die allesamt Bestleistungen abliefern, vermutlich untergehen, Streep aber ist nicht umsonst eine der besten ihres Fachs. Ihr Charakter ist herrlich skurril angelegt, mit ihrer Art, ohne Rücksicht auf Verluste das zu sagen, was sie denkt (und das kann äußerst schräg ausfallen), sorgt sie für reihenweise komischer Momente. Mit ihrer Rolle als Quasi-Antagonistin, die den Tod ihres Sohnes aufklären will und später auch um das Sorgerecht ihrer Enkel kämpft, wird ein interessanter neuer Handlungsstrang hinzugefügt. Dass ihre Rolle dabei glücklicherweise nicht eindimensional ausfällt, sondern ebenfalls Mitleid hervorruft und zum Nachdenken anregt, ist dem gut ausgearbeiteten Drehbuch zu verdanken, das sich über die 7 neuen Folgen hinweg sowieso wieder als Stärke der Serie erweist. 

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Möchte man der zweiten Staffel nun etwas ankreiden, dann möglicherweise nur, dass sie ihren Fokus vielleicht etwas (zu) stark auf den Streit zwischen Nicole Kidman und Meryl Streep legt und einige der anderen Charaktere vernachlässigt. Das ist ein klein wenig schade, da auch dort fesselnde Geschichten zu erzählen wären, die durch die gewählte Gewichtung gelegentlich etwas kurz kommen. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau, Big Little Lies ist ohne jeden Zweifel eine qualitativ hervorragende Serie, die man nicht missen möchte, die neben ihrer guten Erzählung und den stark ausgearbeiteten Figuren auch produktionstechnisch wieder einen hervorragenden Eindruck hinterlässt, indem sie wunderschöne Bilder präsentiert, die erneut von einem stimmungsvollen Soundtrack begleitet werden. Ob es nun vielleicht sogar noch zu einer dritten Staffel kommt, ist zum Zeitpunkt dieser Review noch völlig offen, zumindest aber lässt sich die Serie mit ihrem Ende ein Hintertürchen offen. 


Fazit

"Big Little Lies" findet einen gelungenen Weg, seine eigentlich als abgeschlossen geltende Handlung sinnvoll fortzuführen. Auch Staffel 2 ist wieder vollgepackt mit spannenden Geschichten, reihenweise berührender und auch humorvoller Momente sowie großartigen Akteur(inn)en. Darüber hinaus weiß die Serie erneut mit ihrer gewohnt hübschen Kulisse sowie einem stimmungsvollen Soundtrack zu punkten. Klare Empfehlung. 

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