Inspiriert von Prozessakten und authentischen Zeugnissen schaffen Markus Schleinzer und sein Co-Drehbuchautor Alexander Brom ein stilistisch karges, schauspielerisch eindringliches Porträt vom Streben nach Autonomie und Stabilität in misogynen Strukturen. Historienpanorama, Gesellschaftsstudie und Persönlichkeitsbild verschmelzen zu einer organischen Vision politischen und spirituellen Umbruchs, in denen patriarchalische Prinzipien zum letzten unverrückbaren Grundsatz werden. Eine auf Gleichrangigkeit basierende weibliche Solidarität wird zum Gegenentwurf dieser rigiden Hierarchien, deren Härte in den starren Einstellungen und nüchternen Bildkompositionen räsoniert. Identität und Intimität sind sozialpolitische Sphäre, in der jede Abgrenzung geahndet wird.