So erfreulich es ist, queere Storys im Jugendprogramm der 76. Berlinale, wo Frederike Migoms beschwingte Bestseller-Verfilmung Premiere feiert, zu sehen, so enttäuschend ist der mangelnde Tiefgang des konventionellen Kinderfilms. Das erfrischende Spiel mit metatextuellen Elementen und perspektivischer Doppelung bleibt inszenatorisch unausgegoren. Die materiellen und sozialen Privilegien der Figuren geben deren Bedürfnis nach wörtlichem und emotionalem “Gesehen werden” noch banaler erscheinen. Formal solide, aber unspektakulär, konstruieren Kameraführung, Schnitt und Musik die Erwachsenenversion einer Jugendperspektive, voller verkrampfter Coolness.