Universal hat es uns nicht leicht gemacht. Mehrfach wurde Loving verschoben, sollte sogar nur auf DVD und Blu-ray erscheinen, doch nun kommt das Drama endlich in unsere Kinos und wenn es nach unserer Autorin Lida geht, solltet ihr euch diesen Film nicht entgehen lassen? Dafür sprechen ihre 8,5 Punkte sowie ihre Kritik. Hier eine Kostprobe:
[…] Doch was noch schwerer wiegt, die Handlung spart sich das gängige inszenatorische Anästhetikum einer weißen, männlichen, konservativen Identifikationsfigur, die dem latenten Revisionismus der Zuschauerschaft in die Hand spielt. Die Helden waren damals und sind auf der Leinwand Mildred und Richard Loving, brillant verkörpert von Ruth Negga und Joel Edgerton. Beide tragen den Plot von der ersten bis zur letzten Szene, deren unaufdringliche Korrelation epische Gravität entfaltet. Ironischerweise entspringt die emotionale Wucht dem konsequenten Understatement, das den inneren und legalen Kampf der Charaktere stets authentisch und ergreifend macht. In den Augen Richards, eines in sich gekehrter Bauarbeiter, sind seine einfühlsame Partnerin und er einfach zwei Menschen, die sich lieben und ihr Leben zusammen verbringen möchten. Er ist kein Rebell, noch nicht einmal ein Aktivist, sondern immer bereit, sich den äußeren Zuständen zu fügen, soweit es ihm möglich ist [...]
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