Sport als ideologisches Instrument innerhalb des Sowjetstaats, dessen (Ver)Formung und Verbrauch menschlicher Körper als National-Ressource, die sportlichen Spielregeln als Miniatur eines größeren Regelwerks und das sozialistische Dogma als Ersatz-Religion: All diese Faktoren übergeht Viesturs Kairišs schemenhaftes Athleten-Drama. Dessen suggestive Optik und stimmungsvolles Szenenbild schaffen eine dichte Zeitatmosphäre, die weder psychologische Überzeugungskraft, noch dramatische Substanz ausfüllen. Die fragwürdige Revision der Gender-Identität der Titelfigur impliziert, Frauen, die sexistische Erwartungshaltungen an weibliche Leistungsfähigkeit und Physis nicht erfüllten, müssten Männern sein. Im Leben nicht zu unvergessen, wird die reale Person unsichtbar gemacht durch ein konservatives kunsthandwerkliches Konstrukt.
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