Die komplexen Auswirkungen der ökonomischen Machtverhältnisse in Radu Judes jüngstem Werk bleiben ebenso unsichtbar wie deren politische Instrumentalisierung. Groteske Sexualisierung und sarkastische Schaulust werden hinter der Maske sozialkritischer Kunst zur prestigeträchtigen Unterhaltung der gleichen gesellschaftlichen Schicht, die von den ausbeuterischen Arbeitsstrukturen profitiert. Dieses paradoxe Profitprinzip untergräbt die gesellschaftskritischen Grundzüge ebenso wie die schrille Karikatur sexueller Übergriffe. Schauspielerisch solide, doch dramaturgisch unentschlossen, scheitert die bilaterale Inszenierung an der schlüssigen Vereinigung dokumentarischen Realismus und theatraler Abstraktion.
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