Sein unbestreitbares Talent dafür, aus brutalen Vorlagen eine kindertaugliche Umsetzung zu schaffen und grausame Geschichten warmherzig und humorvoll darzustellen, bewies Sébastien Laudenbach bereits in "Chicken for Linda" und "The Girl Without Hands". Sein dritter Kino-Spielfilm gibt dem weltbekannten Narrativ durch den kindlichen Blickwinkel frische Facetten. Leuchtende Komplimentärfarben in kraftvollen Schattierungen verbinden sich mit skizzenhafter Linienführung flächig aufgetragen zu einem fauvistischen Wirbel. Dessen Energie und Expressivität kontrastieren mit den revisionistischen Stereotypen. Den Zauber der grandiosen Optik untergräbt die inhaltliche Ambivalenz einer nur maskenhaft modernisierten Story.