Eine essenzielle Auseinandersetzung mit der tabuisierten Thematik erzielt der formelhafte Plot Ivan Ostrochovskýs historischen Arztdramas ebenso wenig wie eine differenzierte Auseinandersetzung mit den medizinischen und soziologischen Dogmen, die Ärzt*innen wie die Protagonistin motivierten. Ausmaß, Dauer, Demographie und Systematik der staatlich sanktionierten Eugenik bleiben unklar. Simona Boledovičovás und Aňa Geislerovás einfühlsame Darstellungen stoßen an die Grenzen unterentwickelter Charaktere. Der geschichtliche Rahmen wird zur dekorativen Kulisse eines Melodramas voll klassistischer Verklärung, in dem bildungsbürgerliche Gewissenskonflikte schwerer wiegen als die ungezählten Schicksale einer ganzen Bevölkerungsgruppe.
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