Robert Duvall gehört zu jenen Schauspielern, deren bloße Präsenz einer Szene Gewicht verleiht. Über mehr als sechs Jahrzehnte prägte er das amerikanische Kino – als schweigsamer Außenseiter, brutaler Patriarch, charismatischer Prediger oder skrupelloser Strippenzieher. Für Moviebreak haben wir aus seiner beeindruckenden Filmografie eine Top 10 der stärksten Performances zusammengestellt – Rollen, die sein Vermächtnis definieren.
10: Am Ende des Weges
In Aaron Schneiders Drama spielt Duvall den kauzigen Einsiedler Felix Bush, der beschließt, seine eigene Beerdigung zu feiern – noch zu Lebzeiten. Was zunächst wie eine schrullige Südstaaten-Anekdote wirkt, entwickelt sich zu einem bewegenden Charakterporträt über Schuld, Reue und Erlösung. Duvall trägt den Film mit stoischer Ruhe und entfaltet in einem langen Monolog eine emotionale Wucht, die an seine größten Leistungen erinnert.
9: Liebe niemals einen Fremden
In Liebe niemals einen Fremden von Francis Ford Coppola übernimmt Duvall eine Nebenrolle als Highway-Polizist – doch bereits hier zeigt sich seine Fähigkeit, zwischen Charme und latenter Bedrohung zu changieren. Eine frühe Zusammenarbeit mit Coppola, die den Grundstein für spätere Meisterwerke legte.
8: M.A.S.H.
In M*A*S*H von Robert Altman gibt Duvall den überkorrekten Major Frank Burns – eine Figur, die als perfektes Gegenstück zu den anarchischen Protagonisten funktioniert. Seine spießige Strenge macht ihn zur idealen Zielscheibe des Spotts und zeigt Duvalls Gespür für satirische Zuspitzung.
7: Revolte in der Unterwelt
Der raue Gangsterfilm The Outfit präsentiert Duvall als kompromisslosen Ex-Häftling Earl Macklin, der sich mit der Mafia anlegt. Kalt, entschlossen, unerbittlich – hier zeigt sich seine Fähigkeit, stoische Härte mit innerer Intensität zu verbinden.
6: The Great Santini
In The Great Santini verkörpert Duvall einen tyrannischen Marine-Vater, dessen autoritäre Erziehungsmethoden die Familie zerreißen. Eine brutale, schonungslose Darstellung toxischer Männlichkeit, die ihm seine erste Oscar-Nominierung einbrachte. Kaum ein „Film-Vater“ ist so furchteinflößend – und zugleich so tragisch.
5: Network
Als skrupelloser TV-Manager Frank Hackett in Network wird Duvall zur Verkörperung neoliberaler Kälte. In Sidney Lumets bissiger Mediensatire zeigt er, wie Profitgier jede Moral verdrängt – eine Performance, die bis heute erschreckend aktuell wirkt.
4: Lonesome Dove
Die Miniserie Lonesome Dove gilt vielen als einer der besten Western aller Zeiten. Als Captain Gus McCrae verleiht Duvall der Figur Wärme, Humor und Melancholie. Sein Zusammenspiel mit Tommy Lee Jones ist legendär – insbesondere das emotionale Abschiedsmoment gehört zu den bewegendsten Szenen des Genres.
3: Apostel!
Mit The Apostle erfüllte sich Duvall einen Lebenstraum: Er schrieb, inszenierte und spielte die Hauptrolle. Als charismatischer Prediger auf der Flucht vor seiner Vergangenheit liefert er eine elektrisierende Performance zwischen religiöser Ekstase und innerer Zerrissenheit – Oscar-nominiert und zutiefst persönlich.
2: Apocalypse Now
„I love the smell of napalm in the morning.“ Als Lieutenant Colonel Kilgore in Apocalypse Now brennt sich Duvall mit wenigen Szenen ins Filmgedächtnis ein. Seine Mischung aus Wahnsinn, Coolness und fatalistischer Gelassenheit macht diese Figur zu einer der ikonischsten des Kriegsfilm-Kanons.
1: Der Pate
Unangefochten an der Spitze: Tom Hagen in Der Pate. Als ruhiger, rationaler Consigliere der Corleone-Familie bildet Duvall das moralische und strategische Zentrum in Francis Ford Coppolas Meisterwerk. Zwischen Marlon Brando und Al Pacino behauptet er sich mit subtiler Autorität – und beweist, dass leise Töne oft die größte Wirkung entfalten.