Nach Jahrzehnten als Hollywoodstar wagt Eddie Murphy den nächsten Karriereschritt: Mit The Chairman soll der Schauspieler erstmals die Hauptrolle in einer regulären fiktionalen Fernsehserie übernehmen. Doch das ambitionierte Projekt des US-Streamingdienstes Peacock hat bereits wenige Wochen nach seiner Ankündigung einen Rückschlag erlitten. Matthew Weiner, der mit Mad Men Fernsehgeschichte schrieb und auch an Die Sopranos beteiligt war, wurde als Showrunner entlassen. Hinter der Entscheidung sollen erhebliche kreative Differenzen über die Ausrichtung der Serie stecken.
"The Chairman": Warum der "Mad Men"-Schöpfer das Projekt verlassen muss
Wie die US-Branchenmagazine Variety und Deadline berichten, wurde Matthew Weiner von seinen Aufgaben als Showrunner, Autor und ausführender Produzent entbunden. Der neunfache Emmy-Gewinner sollte die kreative Entwicklung von The Chairman verantworten. Besonders durch Mad Men, das zwischen 2007 und 2015 ausgestrahlt wurde, zählt Weiner zu den bekanntesten Serienschöpfern der vergangenen Jahrzehnte.
Ausschlaggebend für die Trennung soll das Drehbuch zur Pilotfolge gewesen sein. Demnach waren Peacock sowie die beteiligten Produktionsunternehmen Universal Television und 101 Studios mit Weiners Entwurf nicht zufrieden. Das Skript habe sich zu weit von der ursprünglich vereinbarten Grundidee der Serie entfernt. Welche konkreten Änderungen zu den Meinungsverschiedenheiten führten, wurde nicht öffentlich gemacht.
Die Konsequenzen sind bereits spürbar: Die Arbeit am Drehbuch wurde vorübergehend unterbrochen und der Writers' Room für zwei Wochen pausiert. Allerdings zeichnet sich eine Fortsetzung der Entwicklung ab. Ein neues Showrunner-Team soll bereits ins Auge gefasst worden sein, während der Großteil der bisherigen Autoren voraussichtlich an Bord bleibt. Eine vollständige Einstellung des Projekts steht damit nicht im Raum.
Eddie Murphy folgt Schwarzenegger und Stallone ins Seriengeschäft
Für Eddie Murphy markiert The Chairman einen besonderen Schritt. Zwar wurde der Schauspieler einst durch die Comedyshow Saturday Night Live bekannt, doch eine tragende Rolle in einer fortlaufenden fiktionalen Serie hat er bislang nicht übernommen. Stattdessen prägte er über Jahrzehnte vor allem das Kino mit Filmen wie Beverly Hills Cop, Der Prinz aus Zamunda und Der verrückte Professor.
Mit dem Wechsel ins Seriengeschäft folgt Murphy einem Trend, den andere Hollywoodgrößen bereits für sich entdeckt haben. Sylvester Stallone feierte mit der Gangsterserie Tulsa King bei Paramount+ einen Erfolg, während Arnold Schwarzenegger mit der Netflix-Actionkomödie Fubar ebenfalls erstmals eine große Serienhauptrolle übernahm. Beide Produktionen zeigten, dass etablierte Kinostars auch im Streamingzeitalter ein Publikum anziehen können.
Welche Geschichte The Chairman erzählen wird und welche Figur Murphy darin verkörpert, wurde noch nicht enthüllt. Auch ein Veröffentlichungstermin steht nicht fest. Der Wechsel an der kreativen Spitze dürfte die Entwicklung zunächst verzögern, bedeutet aber nicht zwangsläufig eine langfristige Verschiebung. Peacock hält an der Serie fest, muss nun allerdings ein neues Team finden, das die ursprüngliche Vision des Projekts umsetzt.