Bildnachweis: © Universal | Szene aus "Cats"

Judi Dench über den "Cats“-Flop: "Was für eine Verschwendung von Talent"

von Sebastian Groß

Cats gehört zu den erfolgreichsten Musicals der Theatergeschichte. Die Bühnenproduktion von Andrew Lloyd Webber begeistert seit Jahrzehnten ein internationales Publikum, doch die Verfilmung von Regisseur und Oscar-Preisträger Tom Hooper konnte 2019 kaum jemanden überzeugen. Die Mischung aus prominenten Darsteller*innen und digital verfremdeten Katzen sorgte für reichlich Spott. Eine der Hauptdarstellerinnen, Judi Dench, hat sich nun in ihren kommenden Memoiren zu dem viel kritisierten Film geäußert.

Judi Dench hat die fertige Fassung von "Cats" nie gesehen

In Is It Too Late to Make a Run For It? blickt die britische Schauspielerin auf ihre Beteiligung an dem Musical zurück. Dench verkörperte Old Deuteronomy und stand unter anderem mit Taylor Swift, Idris Elba und Ian McKellen vor der Kamera. Die Produktion wurde von der Kritik weitgehend verrissen und entwickelte sich auch kommerziell zum Misserfolg. Für ihre Rolle erhielt Dench sogar eine Nominierung für die Goldene Himbeere. Dabei hat sie den fertigen Film nach eigenen Angaben nie gesehen. Dennoch bedauert sie, wie das Projekt aufgenommen wurde:

„Oh Gott, ich kann es nicht ertragen – und [Lloyd Webber] hatte so lange darauf gewartet, dass der Film gemacht wird. Was für eine Verschwendung all des Wohlwollens und Talents.“

"Cats": Judi Dench sucht keine Schuldigen

Eine Abrechnung mit Regisseur Hooper oder ihren Kolleg*innen ist das allerdings nicht. Dench betont, dass niemand mit dem Vorsatz an einer Produktion arbeite, ein schlechtes Ergebnis abzuliefern. „Ich verstehe, dass die Kritiker dem Film gegenüber ziemlich feindselig eingestellt waren. Ich habe die endgültige Fassung nie gesehen, deshalb kann ich mir kein Urteil erlauben“, schreibt sie. Jeder gebe sein Bestes und hoffe darauf, dass das Publikum Gefallen an dem Ergebnis finde.

Darüber hinaus erinnert Dench daran, wie viele Faktoren über Erfolg oder Misserfolg einer Produktion entscheiden. „Manchmal funktioniert es einfach nicht: Der Zeitpunkt stimmt nicht, die Besetzung harmoniert nicht, die einzelnen Elemente fügen sich nicht zusammen“, erklärt sie. Für die Entstehung von Cats sieht sie deshalb keine Schuldigen:

„Bei der Entstehung von ‚Cats‘ gab es keine Bösewichte. Und wenn etwas kein Erfolg wird, gibt es immer Dinge, von denen man sagen kann, dass man sie gelernt hat.“