Netflix hat sich von Filmchef Dan Lin getrennt. Wie Branchenportal wie Deadline berichten, wurde der Manager am Wochenende entlassen. Die Nachfolge soll der künftige Chief Content Officer Peter Rice mitbestimmen. Netflix äußerte sich bislang nicht dazu. Lins Abgang erfolgt in einer Phase, in der der Streamingdienst wirtschaftlich unter Druck steht und die Zusammenarbeit mit namhaften Filmschaffenden zunehmend schwieriger wird.
Kündigungsgrund 1: Hollywood-Stars wenden sich von Netflix ab
Lin leitete die Filmsparte seit April 2024 und setzte stärker auf Filme mittlerer Budgets, die ein möglichst breites Publikum ansprechen sollen. Damit unterschied er sich von seinem Vorgänger Scott Stuber, der Regisseuren größere Freiheiten einräumte. Anfang 2026 erklärte Lin der New York Times, Netflix habe akzeptiert, nicht mehr mit Filmschaffenden zusammenzuarbeiten, die weiterhin auf Kinostarts bestehen. Das sorgte für Kritik, zumal sich die Konflikte mit prominenten Regisseuren häuften.
David Fincher beendete seine Zusammenarbeit mit Netflix nach Streit über The Further Mis-Adventures of Cliff Booth. Der Regisseur wollte umfangreiche Nachdrehs, während der Streamingdienst zunächst ablehnte und später nur wenige zusätzliche Drehtage bewilligte. Auch bei Greta Gerwigs Das Wunder von Narnia soll Lin zahlreiche Änderungen an frühen Schnittfassungen verlangt haben. Laut Page Six äußerte zudem Ben Affleck privat deutliche Abneigung gegenüber Lin. Die Berichte über diese Konflikte beziehen sich auf das Jahr 2026.
Kündigungsgrund 2: Die Netflix-Aktie schmiert ab
Laut Puck News stieg die Nutzung von Netflix in der ersten Hälfte des Jahres 2026 lediglich um zwei Prozent. Seit dem gescheiterten Übernahmeversuch von Warner verlor die Aktie dem Bericht zufolge mehr als 40 Prozent ihres Wertes. Zudem strich das Unternehmen rund 1.000 Stellen. Als mögliche Nachfolger gelten die früheren Warner-Bros.-Manager Pam Abdy und Mike De Luca, die Berichten zufolge verbindliche Zusagen für Kinostarts verlangen. Auch Peter Rice könnte die Ausrichtung beeinflussen. Ob Netflix künftig wieder stärker auf renommierte Regisseure und Kinofilme setzt, bleibt offen. Co-Chef Ted Sarandos, der traditionell den Streamingstart bevorzugt, dürfte die grundlegende Strategie weiterhin maßgeblich bestimmen.