Ein Film über einen der größten Betrugsskandale des Silicon Valley sorgt derzeit für eine Überraschung in der Filmwelt. Die Dokumentation You Can See Everything hat sich unmittelbar nach ihrem Kinostart an die Spitze der bestbewerteten Filme auf Letterboxd gesetzt. Mit einem Durchschnitt von 4,7 von 5 Sternen liegt sie damit vor Klassikern wie Der Pate, Die Verurteilten und Die sieben Samurai. Hinter dem ungewöhnlichen Projekt stehen Nathan Fielder und Lance Oppenheim.
"You Can See Everything" erzählt die Geschichte des Theranos-Skandals
Im Mittelpunkt steht Elizabeth Holmes, die mit ihrem Unternehmen Theranos einst als Hoffnungsträgerin der Technologiebranche galt. Ihre angeblich revolutionäre Erfindung sollte zahlreiche medizinische Untersuchungen mit nur wenigen Tropfen Blut ermöglichen. Investoren steckten enorme Summen in das Unternehmen, während Holmes zeitweise als jüngste Selfmade-Milliardärin der USA gefeiert wurde.
Doch die versprochene Technologie funktionierte nicht wie behauptet. Der Betrug flog auf, Holmes wurde verurteilt und trat 2023 ihre Haftstrafe an. Genau an diesem Punkt setzt die Dokumentation an, für die Holmes den Filmemachern Zugang zu ihrem Leben gewährte. Dabei stellt sich auch die Frage, inwieweit sie versucht, ihre öffentliche Wahrnehmung durch das Projekt zu beeinflussen.
Regie führten Nathan Fielder, bekannt durch die ungewöhnliche Comedyserie The Rehearsal, und Lance Oppenheim. Bereits der erste Teaser sorgte für Aufmerksamkeit, weil Holmes darin Fielder gegenübersitzt und eindringlich ihre Wahrhaftigkeit beteuert. Die verstörende Gesprächssituation erinnert dabei eher an einen psychologischen Thriller als an eine klassische Dokumentation.
Fast 76.000 Bewertungen katapultieren den Film auf Platz 1
Nach dem US- und Kanada-Kinostart am 16. Oktober 2026 hat You Can See Everything auf Letterboxd einen außergewöhnlichen Auftakt hingelegt. Fast 76.000 Nutzer haben den Film bereits bewertet und ihm einen Durchschnitt von 4,7 Sternen gegeben. Damit führt die Dokumentation derzeit die Bestenliste der Plattform an.
Besonders bemerkenswert ist die Konkurrenz, die der Film hinter sich lässt. Dazu gehören nicht nur international gefeierte Spielfilme wie Harakiri und Die sieben Samurai, sondern auch die Konzertdokumentation Stop Making Sense, die bislang zu den bestbewerteten Dokumentarfilmen auf Letterboxd gehörte. Die Rangliste basiert allerdings ausschließlich auf den Bewertungen der dortigen Community und ist keine allgemeingültige Bestenliste der Filmgeschichte.
Ob You Can See Everything seine Spitzenposition langfristig verteidigen kann, wird sich erst mit weiteren Bewertungen zeigen. Gerade unmittelbar nach einem Kinostart können besonders begeisterte Zuschauer den Durchschnitt stark beeinflussen. In Deutschland hat die Dokumentation bislang keinen bestätigten Kinostart. Wann das Publikum hierzulande den Film sehen kann, ist derzeit noch offen.