Der Misserfolg von Digger könnte für Hollywood Folgen haben, die weit über den einzelnen Film hinausgehen. Originalfilme mit großen Stars waren für die Studios schon vor dem Kinostart von Tom Cruises neuer Satire ein schwieriges Geschäft. Wenn eine Produktion dieser Größenordnung nun tatsächlich einen Verlust von rund 250 Millionen US-Dollar einfährt, dürfte das bei risikoscheuen Entscheidungsträger*innen kaum für mehr Mut sorgen. Im Gegenteil: Der Flop könnte als weiteres Argument gegen teure Filme dienen, die nicht auf einem bekannten Franchise oder einer etablierten Marke basieren.
"Digger" droht ein Verlust von 250 Millionen US-Dollar
Genau das macht die aktuellen Zahlen zu Digger so brisant. Wie TheWrap berichtet, könnte die von Alejandro G. Iñárritu inszenierte Satire am Ende rund 250 Millionen US-Dollar Verlust machen. In dieser Schätzung sind bereits Einnahmen berücksichtigt, die nach dem Kinostart durch Video-on-Demand und Streaming-Lizenzen erzielt werden. Sollte sich die Prognose bewahrheiten, wäre Digger damit einer der größten finanziellen Flops der Filmgeschichte.
Die Dimension des Verlusts wird deutlich, wenn man die tatsächlichen Kosten betrachtet. Warner soll die Produktionskosten bislang mit 125 Millionen US-Dollar angegeben haben. Nach Informationen von TheWrap lag das Budget jedoch bei rund 173 Millionen US-Dollar. Dazu kommen angeblich etwa 100 Millionen Dollar für das Marketing. Die neuen Verantwortlichen von Skydance sollen nach der Übernahme von Warner erst beim Blick in die Bücher das Ausmaß des möglichen Verlusts erkannt haben.
"Digger" könnte der größte Kino-Flop des 21. Jahrhunderts werden
Dass eine derart teure Produktion überhaupt in diese Lage geraten konnte, liegt vor allem am schwachen Kinostart. Digger spielte weltweit lediglich rund 21 Millionen Dollar zum Start ein und dürfte nach aktueller Einschätzung insgesamt nicht einmal 40 Millionen US-Dollar an den weltweiten Kinokassen erreichen. Selbst die spätere Auswertung über Streaming und Video-on-Demand dürfte deshalb kaum verhindern, dass ein enormer Fehlbetrag entsteht.
Damit könnte Digger sogar zum größten finanziellen Flop des 21. Jahrhunderts werden. Die derzeitige Verlustprognose würde ihn auf eine Stufe mit Filmen wie John Carter - Zwischen zwei Welten, Lone Ranger und The Marvels stellen. Inflationsbereinigt bleibt John Carter zwar zunächst der größere Verlustbringer, doch auch diese Marke könnte Digger letztlich übertreffen.
Entscheidend dürfte deshalb weniger der genaue Endbetrag sein als die Wirkung, die ein solcher Flop auf die ohnehin vorsichtige Filmindustrie hat: Wenn selbst ein Star wie Cruise und ein Regisseur wie Iñárritu mit einem großen Originalfilm scheitern, wird es für ähnliche Projekte künftig vermutlich noch schwieriger grünes Licht zu bekommen.