Jack the Ripper gehört zu den berühmtesten ungelösten Kriminalfällen der Geschichte. Im London des Jahres 1888 wurden mehrere Frauen im Stadtteil Whitechapel ermordet, der Täter wurde nie zweifelsfrei identifiziert. Mehr als 130 Jahre später dient das Rätsel nun erneut als Ausgangspunkt für eine Serie – allerdings rückt diese einen Mann ins Zentrum, der selbst nie als Täter überführt wurde.
Kunst und Mord: Oscar-Gewinner macht Serie über Jack The Ripper
Bei dem Mann handelt es sich um den berühmten Walter Sickert, einen deutsch-britischen Maler, der vor allem für seine düsteren Darstellungen des Londoner Alltags bekannt war. Um ihn rankt sich seit Langem eine Theorie, nach der er Jack the Ripper gewesen sein könnte. Einen belastbaren Beweis dafür gibt es nicht. Genau diese Spekulation bildet nun die Grundlage für Sickert, eine neue Serie von László Nemes, dem Regisseur des Oscar-prämierten Holocaust-Dramas Son of Saul.
Die Geschichte soll Sickert in einer Stadt zeigen, die von der Mordserie zunehmend beherrscht wird. Während er sich in den Kreisen der Kunst und der Londoner Oberschicht bewegt, sucht er zugleich die Nähe zu den Menschen aus den ärmeren Vierteln, die er malt. Als Scotland Yard beginnt, ihn im Zusammenhang mit den Morden genauer unter die Lupe zu nehmen, verschwimmen für Sickert zunehmend die Grenzen zwischen Beobachter und Verdächtigem. Schließlich stellt er sogar seine eigene Erinnerung und Identität infrage. Weitere Details zum Projekt sind noch nicht bekannt.