Eine britische Kinokette wird den neuen Film Ali G: Who Iz I? von und mit Sacha Baron Cohen vorerst nicht zeigen. Picturehouse Cinemas bestätigte, dass derzeit keine Vorstellungen für den im Oktober geplanten Kinostart vorgesehen sind. Die Entscheidung fällt in eine laufende Kampagne gegen die Rückkehr der von Cohen gespielten Figur, der vorgeworfen wird, rassistische Stereotype zu verbreiten.
Kampagne gegen die Rückkehr von Ali G
Hinter der Kampagne steht die Medienbeobachtungsorganisation NewsCord. Sie fordert große britische Kinoketten wie Odeon, Cineworld, Vue, Everyman und Showcase dazu auf, Ali G: Who Iz I? nicht ins Programm aufzunehmen. NewsCord wirft Cohen vor, Satire als „Deckmantel für die Durchsetzung rassistischer Stereotype“ zu verwenden, und bezeichnet Ali G als „rassistische Karikatur“.
Nach Angaben der Organisation wurden bereits mehr als 27.000 E-Mails an Kinobetreiber verschickt. Ali G wurde als weißer Mann aus Staines konzipiert, der sich an Sprachgebrauch, Kleidung und Verhaltensweisen orientiert, die er mit der britischen schwarzen Kultur verbindet. Die Figur versteht dabei nicht, wie absurd und wenig authentisch sein Auftreten wirkt – genau diese Unwissenheit ist ein wichtiger Teil des Konzepts.
CohensFiguren bewegen sich häufig zwischen gespielter Realität und tatsächlichen Situationen und zielen darauf ab, Vorurteile und gesellschaftliche Widersprüche sichtbar zu machen. Ob Ali G: Who Iz I? letztlich in weiteren britischen Kinos laufen wird, ist derzeit offen. Picturehouse hat lediglich bestätigt, aktuell keine Vorführungen des Films geplant zu haben. Der deutsche Kinostart ist für den 22. Oktober geplant.