Matrix-Schöpferin Lilly Wachowski will mit The Hunted einen Film über Transfeindlichkeit und den Umgang der Gesellschaft mit trans Menschen drehen. Das Problem: Obwohl das Drehbuch laut Wachowski auf Interesse stößt, findet sich bislang niemand, der die Produktion finanzieren möchte. Der Grund dafür soll vor allem die ungewöhnliche Besetzung sein. „The Hunted“ ist als dystopischer Thriller mit einer fast ausschließlich trans besetzten Haupt- und Nebenrollenriege konzipiert – und genau das macht potenzielle Geldgeber offenbar nervös. Dabei soll der Film lediglich rund zehn Millionen US-Dollar kosten.
Lilly Wachowski verarbeitet ihre Wut in einem dystopischen Thriller
Wachowski hat das Drehbuch gemeinsam mit ihrer Partnerin Mickey Ray Mahoney geschrieben. Die Geschichte spielt in einem dystopischen Amerika, in dem trans Menschen systematisch verfolgt und aus der Gesellschaft verdrängt werden. Nachdem ein brutales Verbrechen eine Reihe von Ereignissen in Gang setzt, schließen sich Menschen aus der trans Community zusammen und beginnen, Widerstand zu leisten. Zwei trans Frauen verfolgen schließlich den Täter und kommen dabei einer Verschwörung auf höchster politischer Ebene auf die Spur. Wachowski bezeichnete das Projekt als Reaktion auf das, „was gerade in der Welt für trans Menschen passiert“, und als „kathartischen Auffangbehälter“ für „Wut, Zorn und Frustration“.
Die Finanzierung erweist sich trotzdem als große Hürde. Wachowski zufolge gefällt mehreren Interessenten das Drehbuch, doch die geplante Besetzung schreckt sie ab. „Die Leute mögen es, aber sie wollen es wirklich nicht machen, weil die Besetzung durchgehend aus trans Personen besteht“, erklärt die Regisseurin. Um das Projekt dennoch weiterzuentwickeln, soll The Hunted zunächst als Live-Lesung im Dynasty Typewriter in Los Angeles präsentiert werden.
Zehn Millionen Dollar für Wachowskis Rückkehr
Sollte The Hunted tatsächlich finanziert werden, wäre der Film Lilly Wachowskis erste Spielfilm-Regie seit Jupiter Ascending aus dem Jahr 2015. Gemeinsam mit ihrer Schwester Lana hatte sie zuvor mit Matrix einen der prägendsten Science-Fiction-Filme der vergangenen Jahrzehnte geschaffen. Die anschließenden Projekte waren kommerziell allerdings weniger erfolgreich.
Auch Matrix Resurrections, den Lana Wachowski 2021 ohne ihre Schwester inszenierte, blieb finanziell hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt summieren sich die kolportierten Verluste der genannten Filme auf mehrere hundert Millionen US-Dollar. Für ein Studio ist Wachowskis kommerzielle Bilanz damit ein möglicher Risikofaktor, insbesondere bei einem ungewöhnlichen Stoff wie The Hunted.
Das geplante Budget fällt allerdings vergleichsweise überschaubar aus. Wachowski möchte den Film für rund zehn Millionen US-Dollar realisieren. Ob sich dafür ein Geldgeber findet, ist derzeit offen. Bis dahin versucht die Regisseurin, The Hunted zumindest auf der Bühne voranzubringen – und damit zu zeigen, was aus ihrem umstrittenen Projekt werden könnte.