Bildnachweis: © Cartel Pictures | Szene aus "Deadly Patient - Tödlicher Patient"

"Ich sollte da gestorben haben": KI-Synchro auf Prime Video sorgt für Entsetzen bei Zuschauern

von Thomas Repenning

KI hält immer stärker Einzug in die Filmbranche – doch was passiert, wenn sie plötzlich die Arbeit von Synchronsprecherinnen und Synchronsprechern übernimmt? Genau darüber wird derzeit heftig diskutiert, nachdem der Thriller Deadly Patient – Tödlicher Patient kurzzeitig mit einer offenbar vollständig KI-generierten deutschen Synchronfassung auf Prime Video verfügbar war.

Mittlerweile wurde der Film wieder aus dem Angebot entfernt. Ob dies im Zusammenhang mit der Kritik an der Synchronisation steht, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Zuschauer reagieren mit Unverständnis

In den sozialen Netzwerken und den Kundenbewertungen häuften sich innerhalb kürzester Zeit die negativen Reaktionen. Viele Zuschauer beschrieben die deutsche Tonspur als emotionslos, künstlich und teilweise kaum erträglich.

Kritisiert wurden vor allem die monotonen Stimmen, fehlende Betonungen sowie offenbar wörtlich aus dem Englischen übernommene Redewendungen, die im Deutschen unnatürlich wirkten. Einige Nutzer berichteten sogar, den Film bereits nach wenigen Minuten abgebrochen zu haben. Besonders häufig fiel dabei der Vorwurf, die Stimmen erinnerten eher an Navigationssysteme oder Sprachassistenten als an professionelle Synchronsprecher.

Hinzu kam, dass offenbar keine englische Originaltonspur als Alternative angeboten wurde, wodurch Zuschauer ausschließlich auf die umstrittene deutsche Fassung angewiesen waren.

Wer steckt hinter der Synchronisation?

Offiziell ist bislang nicht bestätigt, wer die deutsche Fassung erstellt hat. Nach aktuellem Stand handelt es sich nicht um eine Eigenproduktion von Amazon. Der Film wurde lediglich über Prime Video angeboten, während die Synchronisation vermutlich vom jeweiligen Rechteinhaber beziehungsweise Verleiher beauftragt wurde.

Dennoch wirft der Fall Fragen auf. Schließlich gelangen solche Fassungen über große Streamingplattformen direkt zum Publikum und könnten künftig häufiger zum Einsatz kommen, wenn KI-Synchronisationen deutlich günstiger produziert werden können als klassische Studioproduktionen.

Fortschritt oder gefährliche Entwicklung?

Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie kontrovers der Einsatz künstlicher Intelligenz im Synchronbereich derzeit diskutiert wird. Während KI bei Übersetzungen oder der technischen Nachbearbeitung bereits vielerorts eingesetzt wird, stößt der vollständige Ersatz menschlicher Sprecher bei vielen Filmfans auf deutliche Ablehnung.

Ob KI-Synchronisationen künftig zum Alltag im Streaming werden oder die heftigen Reaktionen für ein Umdenken sorgen, bleibt abzuwarten. Die Diskussion darüber dürfte nach diesem Vorfall jedenfalls erst richtig begonnen haben.

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