Christopher Nolan arbeitet derzeit an einem seiner bislang ambitioniertesten Projekte: Die Odyssee. Die Adaption von Homers Klassiker soll nicht nur erzählerisch, sondern auch stilistisch neue Maßstäbe innerhalb seines Schaffens setzen. Mit einem Budget von rund 250 Millionen Dollar zählt der Film schon jetzt zu den aufwendigsten Produktionen seiner Karriere und sorgt in der Branche für große Aufmerksamkeit.
Nolan setzt auf konsequente Härte bei "Die Odyssee"
Im Gespräch mit dem Empire Magazine machte Nolan deutlich, dass er die antike Vorlage ohne Abschwächungen auf die Leinwand bringen will. Dabei habe er das Studio frühzeitig auf eine klare kreative Linie eingeschworen, die wenig Raum für Kompromisse lässt.
„Ich bin ganz am Anfang zum Studio gegangen und hatte ein sehr ehrliches Gespräch mit ihnen darüber, dass wir die intensivste Version von ‚Die Odyssee‘ machen wollen.“
Für Nolan ist die Entscheidung eng mit der Natur des Stoffes verbunden. Die Welt der homerischen Erzählung sei von einer unmittelbaren, physischen Gewalt geprägt, die sich nicht in eine entschärfte Fassung übertragen lasse, ohne ihre Wirkung zu verlieren. Gerade die Darstellung der damaligen Waffen spiele dabei eine zentrale Rolle.
„Mit den Waffen der damaligen Zeit ist das alles brutaler – wir sprechen von Schwertern, Bögen, Pfeilen und solchen Dingen. Deshalb kam ich ziemlich früh zu dem Schluss, dass es sehr schwierig und möglicherweise eine Verwässerung wäre, diese Geschichte als PG-13-Version zu erzählen.“
Das R-Rating ist damit kein Nebenaspekt, sondern ein zentrales Element der künstlerischen Ausrichtung. Bereits in der Vergangenheit hatte Nolan mit Filmen wie Oppenheimer bewiesen, dass ihn auch erwachsene Einstufungen nicht vor kommerziellem Erfolg zurückhalten.
Das ist Nolans "Die Odyssee"
Innerhalb seiner Filmografie nimmt Die Odyssee eine besondere Stellung ein, da nur wenige seiner Werke eine vergleichbar konsequente Altersfreigabe erhalten haben. Nach Oppenheimer ist es erst der vierte Film, der mit einem R-Rating versehen wurde, was die klare Ausrichtung des Projekts zusätzlich unterstreicht.
Der Stoff selbst liefert dafür eine entsprechende Grundlage: Gewaltvolle Auseinandersetzungen, sexuelle Beziehungen und drastische mythologische Elemente gehören traditionell zu den zentralen Bestandteilen der Vorlage. Nolans Ansatz zielt darauf ab, diese Aspekte nicht zu glätten, sondern in ihrer ursprünglichen Wucht zu inszenieren.
Die Hauptrolle des Odysseus spielt Matt Damon, während Anne Hathaway seine Frau und Tom Holland seinen Sohn verkörpern. Außerdem noch vor der Kamera standen bekannte Namen und Gesichter wie Robert Pattinson, Lupita Nyong'o, Charlize Theron, Zendaya, Benny Safdie, John Leguizamo, Himesh Patel, Mia Goth, Will Yun Lee, Elliot Page und Jon Bernthal.
Der deutsche Kinostart von Die Odyssee ist für den 16. Juli angesetzt. Der deutschen Presse wird das Epos am Montag vorm Kinostart gezeigt, die Kritiken dürfen allerdings erst Mittwochabend veröffentlicht werden.