Inhalt
Der Film ist ein Liebesdrama, das vier Liebesgeschichten erzählt, die in einem Café in einer ruhigen Gasse spielen. Er beleuchtet verschiedene Facetten der Liebe – von süßen Anfängen bis hin zu bitteren Enden –, ganz ähnlich wie die vielfältigen Kaffeemischungen des Cafés.
Kritik
Nachdem man die Hoffnung auf ein bisschen dramaturgischer Dynamik oder einfach nur irgendeiner Abwechslung von dem gleichförmigen Geplänkel in Kim Jong-kwans (The Killers) süßlich-seichtem Ensemblestück aufgegeben hat, passiert doch noch etwas entfernt in der Richtung. Aber selbst dieser drollige Twist, der für sich schon eine reichlich abgenutzte Pointe ohne nennenswerte Auswirkungen auf das Szenario ist, rettet den Eröffnungsfilm des 31. Busan International Film Festivals nicht vor seiner biederen Belanglosigkeit. Doch gerade an der Leichtigkeit, um die sich das überkonstruierte Konversationskino sichtlich bemüht, fehlt den trivialen Unterhaltungen.
Selbige ereignen sich über die Jahreszeiten verteilt zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten in einem urbanen Café. Dort wird mit der prätentiösen Penibilität charakteristisch für High-End-Hipster-Läden mit uniformen cleanen Design (meistens in weis, schwarz und beige) und einer Ästhetik, die irgendwann mal Scandi Style genannt wurde, Kaffee eingeschenkt. Der kostet wahrscheinlich 8 Euro für eine Tasse Filter (V60). Trotzdem bräuchte man Unmengen, um von den dahinplätschernden Gesprächen, die der Regisseur und Drehbuchautor zum Zentrum der dekorativen Inszenierung macht, nicht einzuschlafen. Vielleicht kriegt man auch eine Portion geschenkt.
Der Barista mit dem Look eines Soap-Opera-Helden hat spontan eine gratis Verkostung („Ich habe neue Bohnen“) für Eugene (Kim Min-ha), die das Café mit einer Freundin besucht, und dort den ambitionierten Uhrmacher Hyun-oh (Joo Jong-hyuk, Extraordinary Attorney Woo) trifft. Beider auffällig ähnliche Träume, nachts von gestohlenen Schuhen, tags von einem Studium in der Schweiz, verraten, dass sie füreinander bestimmt sind. Der koreanische Originaltitel, der ungefähr „Tag und Nacht gehören zusammen“ bedeutet, ist der erste zahlloser plakativer Hinweise auf heteronormative Monogamie als einzig wahres Lebensmodell.
Fazit
Von Kim Ji-yong und Lee Ju-yeons konventionelle Kamera in die adrette Optik einer Melitta-Werbung gehüllt, entfaltet sich Kim Jong-kwans redundante Romanze in vier arrivierten Episoden. Es könnte auch eine sein, so austauschbar sind die glattpolierten Vignetten und deren Klientel. Die stylische Kulisse eines Szene-Cafés definiert das akademistische Mittelstandsmilieu, über dessen sozialen Rand die spießige Handlung nie hinausblickt. Verkrampfter Humor und manierierte Melodramatik wirken so artifiziell wie die synthetischen Figuren. Ihnen kann die solide Darsteller-Riege kein Leben einhauchen. Ein Film wie der darin servierte Hipster-Kaffee: elitär, mit saurem Nachgeschmack.