MB-Kritik

Solo Mio 2026

Comedy, Romance

Kevin James
Alyson Hannigan
Kim Coates
Jonathan Roumie
Julie Ann Emery
Nicole Grimaudo
Julee Cerda
Daniela Glasgow
Alessandro Carbonara
Salomé Chandler
Virginia Bocelli
Julia Messina
Veronica Berti
Cristina Alby
Caterina Silva
Alessandro Cucca

Inhalt

Matts Verlobte verlässt ihn vor dem Altar. Mit gebrochenem Herzen verbringt er allein die geplanten Flitterwochen in Italien.

Kritik

Romantische Komödien bedienen das Interesse eines breiten Publikums und sorgen dafür, dass die Kinokassen klingeln. Deswegen überrascht es nicht, dass Kevin James sich wie viele seiner Schauspielkollegen ebenfalls dem Drehbuchschreiben zugewandt hat und eine spezielle Rolle für sich quasi auf den Leib geschnitten hat. Man kennt Kevin James insbesondere aus der Serie King of Queens, aus Kindsköpfe oder Der Kaufhaus Cop und alle seine Rollen haben eines gemeinsam: Er verkörpert einen liebenswerten, mal mehr, mal weniger frechen Kerl, der auch hin und wieder bemitleidenswert erscheint. Auch diesmal spielt er eine Figur, die perfekt zu seinem Repertoire passt, einen Mann, der vor dem Altar stehen gelassen wird und somit das kollektive Mitleid seiner Mitmenschen verdient. Während er noch versucht, die Reste seiner Würde und seiner Beziehung zusammenzukratzen, muss er an allerlei interessanten Partneraktivitäten teilnehmen, die er im Voraus gebucht hat und nicht mehr stornieren kann. Hier begegnet er zwei Pärchen, die jedes für sich eine Katastrophe darstellen, doch trotzdem immer noch zusammen sind.

Ausgerechnet diese Nebenfiguren peppen die Story immer wieder auf und sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Eine von ihnen wird von Alyson Hannigan gespielt, die sich aufgrund von zwei legendären Produktionen wie How I Met Your Mother und American Pie für immer in das Gedächtnis der Menschen eingebrannt hat. Sie prägte die Popkultur der Nuller- und der Zehnerjahre und sorgte stets für Lacher, was ihr eine ordentliche Fanbase eingebracht hat. Auch wenn sie in Solo Mio eher als Anspielpartnerin und nicht als eine ernstzunehmende Figur agiert, hat sie einen großen Nutzen für den Film, weil sich einige Fans diesen Film allein ihretwegen ansehen werden. Genauso läuft es mit Kevin James und mit seiner Darbietung in dem Film Solo Mio ab, der hauptsächlich dadurch strahlt, dass Kevin James hier mitspielt. Würde ein X-beliebiger Schauspieler diese Rolle verkörpern, würde dieser Film nicht funktionieren, weil er sehr stark von seinen Schauspielern lebt und ohne sie fast schon an einen austauschbaren Hallmark-Film erinnert.

Zumindest ist an diesem Film alles so klischeehaft und schmalzig, dass die Leinwand vor so viel gewollter Romantik fast nur so trieft. Der arme, am Altar verlassene Held trifft natürlich in Rom alsbald einen Ersatz für seine flinke Braut und dieser Ersatz ist ein wahr gewordener Männertraum und dazu noch eine ziemlich eindimensionale Figur, die zu allem nur „Ja“ und „Amen“ sagt. Sie will das trinken, was Matt trinkt, und will die Musik hören, die er aussucht und sieht es offenbar sofort als ihre Lebensaufgabe an, den armen Mann aus seinem Stimmungstief zu holen und ihm auch noch dabei zu helfen, dass er mehr aus sich rausgeht. Sie ist so unkompliziert und ist sofort auf Matt fixiert, sodass man bei dieser Figurengestaltung fast schon sagen kann, dass Solo Mio eher ein Film für Männer ist. Er ist von Männern gemacht und richtet sich auch an Männer, weil er offenbar deren romantische Vorstellungen von einer Beziehung bedient. Dass eine weibliche Figur mehr Individualität verdient, ist zu den Filmemachern definitiv nicht durchgedrungen.

Passenderweise nennt einer der Männer die weibliche Hauptfigur Gia (Nicole Grimaudo, Liberi) auch immer nur „Café-Lady.“ Sie ist und bleibt ein Love-Interest ohne eine nennenswerte Hintergrundgeschichte. Die Story, die über sie erzählt wird, ist fast schon banal: Sie arbeitet in einem Café, besaß früher ein Pferd und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Kind zu haben. Dann kommt ihr strahlender Märchenprinz, verkörpert von Kevin James und schon gibt es kein Halten mehr. Das ist definitiv kein Stoff, aus dem Oscarträume gemacht werden, sondern eher das Gegenteil. Es ist Popcornkino ohne einen Mehrwert, doch eins muss man den Filmemachern wirklich lassen: Vom Marketing verstehen sie allerhand und es war geradezu ein Geniestreich, dass Kevin James Monate vor der Trailerveröffentlichung als Matt Tayler auf den Social-Media-Accounts thisismatttaylor immer wieder Videos veröffentlicht hat. Das hat im Vorfeld für gute Publicity gesorgt und mittlerweile hat der Account sogar 582.000 Follower auf Instagram und 1,1 Millionen Followers auf TikTok. Alle Achtung, das muss man erstmal als eine fiktive Figur schaffen. Und wenn man die Augen davor verschließt, dass die Hauptfigur Gia eher stiefmütterlich behandelt wird, macht der Film sogar Spaß. Alle Fans von Kevin James können nichts falsch machen, wenn sie sich den Film ansehen. Der Humor ist ziemlich ähnlich wie in allen anderen Filmen, in denen er mitspielt. Wenn man seine früheren Filme mochte, wird man auch diesen Film lieben, der definitiv nicht für Filmkritiker gemacht wurde, sondern für das Publikum, dass sich eher berieseln lassen will.

Fazit

"Solo Mio" ist ein ziemlich einseitiges und dennoch unterhaltsames Unterfangen, das eher die romantischen Vorstellungen von Männern bedient und stark an ein Hallmark-Movie erinnert. Dennoch ist die Komödie witzig und für Fans von Kevin James trotz ihrer offensichtlichen Banalität ein Muss.

Autor: Yuliya Mieland
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