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MB-Kritik

Le Faux Soir 2026

Drama, History, War – France, Belgium

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Arieh Worthalter
Mélanie Thierry
Karim Leklou
Mara Taquin
Bouli Lanners
Julien Frison
François Damiens
Ruth Becquart
Peter van den Begin
Jean-Benoît Ugeux
Laurent Capelluto
Pierre Gervais
Alexis Manenti
Yolande Moreau
Viviane de Muynck
Baptiste Sornin

Inhalt

Die belgische Widerstandsbewegung erstellte heimlich eine gefälschte Ausgabe der führenden Zeitung des Landes, *Le Soir*, die 1943 zu einem Propagandainstrument der nationalsozialistischen Besatzungsmacht geworden war.

Kritik

Die aberwitzige Anekdote der titelgebenden Taktik, mit der eine Handvoll Mitglieder der Résistance 1943 die Nazi-Besatzer boykottierte, entfaltete Michaël R. Roskams (The Drop - Bargeld) gefälliges Geschichtsstück als ungleich humorloses Historienstück. Dessen biedere Pointen sind so verwässert wie die dünn gesäte Spannung der didaktischen Handlung. Jene illustriert die kuriose Episode es belgischen Widerstandskampfs in generischen Vignetten, die Wortwitz mit faden Kalauern und Atmosphäre mit drögem Kulissenkino verwechseln. Die zeitlosen Motive von Propaganda und Presse-Macht bleiben vage Phrasen braver Bildungsbürger-Unterhaltung. 


Um der Bevölkerung die militärischen Verluste der Nazis zu vermitteln und Widerstand zu bestärken, will Satiriker Marc „Yvon“ Aubrion (Arieh Worthalter, Dust) im Auftrag der Résistance die titelgebende Tageszeit „Le Soir“ fälschen und mit anti-faschistischen Artikeln in Umlauf bringen. Ein ebeno kompliziertes wie riskantes Unterfangen. Dessen Umsetzung im Brüssel unter Nazi-Obermacht bleibt trockene Belehrung, austauschbar und derivativ wie die hsGrautön . Mittel dazu sind drögen Erklär-Dialoge, die sich überdeutlich weniger an die Charaktere richten als das Kinopublikum. 


Das sieht die Ausführung des skurrilen Coups, ohne tiefere Einblicke in die Mechanismen faschistischer Propaganda und Konstruktion politischer (Schein)Wirklichkeiten. Die Fake News, die der ungelenke Marc und Komplize Georges (Julian Frison, Flitterwochen mit meiner Mutter) in Umlauf bringen, sind tatsächlich reale Kriegsmeldungen, die das Nazi-Regime zurückhält. Marcs Verlobte Geraldine (Mara Tarquin, Sanguine) sowie die Mitstreiter Jean (Karim Leklou, De Gaulle: Liberté) und Theo (Bouli Lanners, In der Nacht des 12.) bilden unter organisatorischer Leitung Melanie Thierrys (The Diary of a Chambermaid) kultivierter Francoise die typische Truppe gegensätzlicher Charaktere mit spezifischen Talenten. 


Fazit

Unbefangene Situationskomik lassen die Nazis wie ein harmloses Ärgernis und den Krieg wie einen amüsanten Abenteuerspielplatz erscheinen. Technische Details und logistische Herausforderungen verschieben das Szenario auf eine theoretische Ebene, die für Authentizität und Atmosphäre kaum Raum lässt. Bedrohung bleibt reine Behauptung in den Pappmaché-Settings. Das passable Ensemble erinnert seinerseits an die B-Ausgabe prominenterer Darstellender, deren Filmfiguren eindimensionale Repertoire-Typen bleiben. Akribische Abbildung konspirativer Kommunikationsstruktur bremst das Unnötig verwickelte Geschehen zusätzlich aus. Das Kriegsdrama gerät zur Bürgerlichen Posse mit wenig Gespür für zeitaktuelle Bezüge. 

Autor: Lida Bach