Bildnachweis: © Nintendo

Videospielsammlung "Super Mario 3D All-Stars" im Test

von Sebastian Stumbek

Das Warten hat ein Ende: Super Mario 3D All-Stars vereint mit Super Mario 64, Super Mario Sunshine und Super Mario Galaxy gleich drei Klassiker in einer Sammlung, die sich erstmals auf Nintendo Switch spielen lassen. Das ist sowohl für Nostalgiker reizvoll, die wohlige Erinnerungen an frühe Zeiten wieder aufleben lassen wollen, als auch für Neueinsteiger, die mit den tollen Spielen zuvor noch nicht das Vergnügen hatten. Doch der Trip in die Vergangenheit hinterlässt nicht nur Glücksgefühle. Dafür sorgt im Vorfeld beispielsweise schon die fragwürdige Veröffentlichungspolitik: Die Sammlung soll lediglich bis Ende März 2021 angeboten werden, danach wird sie weder digital noch im Handel erhältlich sein. Die Folgen lassen sich schon jetzt absehen, das Nachsehen haben die, die zu spät kommen. Ob die Box denn all die Aufregung wert ist, wollen wir im Folgenden klären.

Super Mario 64 ist der älteste Titel aus der Runde. 1997 auf dem Nintendo 64 erschienen, war Marios erstes dreidimensionales Abenteuer eine echte Revolution im Videospielbereich. Das Spiel sah seinerzeit nicht nur großartig aus, es war mit seinen fantasievoll gestalteten Welten voller origineller Ideen und dank des überaus stimmigen Gameplays wegweisend für ein ganzes Genre. In den letzten 23 Jahren hat sich auf dem Markt natürlich viel getan, sein Alter kann das Spiel heute nicht verbergen. Zwar hat Nintendo die Auflösung ein wenig hochgeschraubt, was die Grafik gegenüber dem Original nun etwas schärfer darstellt, ansonsten blieb nahezu alles beim Alten. Wer Super Mario 64 also quasi in seiner Urform erleben möchte, wird mit dem Port wahrscheinlich zufrieden sein, alle anderen aber, die sich eine merkliche Aufwertung der Texturen, eine Beseitigung deutlich ins Bild springender Pop-Ups sowie eine handlichere Kamerasteuerung gewünscht haben, werden enttäuscht. Hier hätte man mit ein wenig mehr Aufwand noch deutlich mehr rausholen können. Unverständlich vor allem, warum das ursprüngliche 4:3-Format einfach beibehalten wurde und nicht auf heute gängiges 16:9 erweitert wurde. Eine vertane Chance, einem gealterten Klassiker einen neuen Feinschliff zu verpassen.  

Sommerliche Stimmung kam 2002 auf dem Gamecube auf, als es in Super Mario Sunshine auf die idyllische Insel Isla Delfino reiste. Das Spiel erfand das Rad nicht neu, baute aber zuvor erlangte Stärken konsequent aus und war gerade durch das neue coole Gadget, der Spritzdüse Dreckweg 08/17, wunderbar unterhaltsam. Ein sich mysteriös ausbreitender Schlamm, der weggespült werden muss, ein Doppelgänger, der die Prinzessin entführt sowie überall plötzlich auftauchende Gegner machten auch dieses bunte Mario-Abenteuer zu einem großen Spaß. Bis auf minimale Anpassungen hat sich auch bei diesem Port technisch nicht viel getan, was jedoch weniger ins Gewicht fällt als noch bei Mario 64. Natürlich hätte auch dem nicht mehr ganz frischen Sunshine eine gründliche Politur gutgetan, das Spiel ist aber vergleichsweise besser gealtert und daher auch heute noch gut spielbar. An der etwas fummeligen Steuerung der Spritzdrüse hätte man aber durchaus noch etwas feilen können, ihr Handling  war auch damals schon nicht ideal. Hat man sich daran aber erst einmal gewöhnt, steuert sich der Rest weitestgehend gut. 

2007 ging es in Super Mario Galaxy auf der Wii weit hinaus ins Weltall. Darin fliegen wir von Planet zu Planet, wovon jeder abgedrehter als der andere ist, und kämpfen nicht nur gegen Bowsers Schergen, sondern auch gegen die Schwerkraft. Dank seines höchst kreativen Leveldesigns ist Galaxy bis heute eines der beliebtesten Mario-Abenteuer überhaupt - zurecht! Und gut gealtert ist das Spiel ebenso: Das wunderbare Gameplay erweist sich als zeitlos, grafisch schaut das Spiel auch heute noch recht gut aus. Zwar wurde auch hier hauptsächlich nur an der Auflösung geschraubt, in diesem Fall geht das aber in Ordnung, mehr ist nicht zwingend nötig. Wer Super Mario Galaxy noch einmal oder erstmals erleben will, braucht auf jeden Fall nicht zu zögern. Und wem es wichtig ist, der kann mittels Joy-Con-Controllern übrigens sogar die Originalsteuerung der damaligen Wii-Fernbedienung imitieren. 

Als kleinen Bonus hat Nintendo der Kollektion noch alle drei Soundtracks mit über 170 Musikstücken hinzugefügt, die sich auf der Konsole abspielen lassen. Da die ohrwurmträchtige Musik immer eine Stärke der Spiele war, ist das eine nette Dreingabe zu drei tollen Spielen, denen man eine aufwendigere Portierung auf die Switch gewünscht hätte, über deren längst fällige Verfügbarkeit man sich auf der Switch aber dennoch freuen darf. 

Fazit

"Super Mario 3D All-Stars" hinterlässt gemischte Gefühlte. Keine Frage, dass drei tolle Spieleklassiker endlich den Sprung auf Nintendo Switch schaffen, ist eine feine Sache. Auch heute noch büßen sie nicht an Charme ein, sprechen sowohl Nostalgiker als auch neugierige Neulinge an. Jedoch hätte man technisch gern ein bisschen mehr Liebe und Aufwand in die Neuveröffentlichung stecken können, die vollzogenen Änderungen fallen marginal aus. Der eigene Standpunkt wird letztendlich darüber entscheiden, wie sehr das für einen selbst ins Gewicht fällt. Wer sich daran aber nicht stört und Mario gleich dreimal so erleben möchte wie damals, darf gern zugreifen. 

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