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"The Testaments" - Staffel 1 - Kritik

von Maria Jimenez

Story

“The Testaments” setzt die Geschichte von der Dramaserie “The Handmaid’s Tale” fort und beleuchtet das Schicksal von jungen Frauen, die in dem totalitären, christlich-fundamentalistischen Staat Gilead aufgewachsen sind.

Kritik

Am 8. April startete die neue Serie The Testaments: Die Zeuginnen, eine Fortsetzung der erfolgreichen dystopischen Serie The Handmaids Tale - Der Report der Magd, auf Disney+. In diesem Sequel geht es jedoch nicht um das Schicksal der Mägde, die dem fundamentalistischen Staat Gilead als Gebärmaschinen dienen müssen, sondern um ihre Kinder, die ihnen während der Machtübernahme Gileads gewaltsam entrissen wurden und den Kommandanten und dessen unfruchtbaren Frauen übergeben wurden. In The Testaments geht es zentral um die Geschichte von Agnes (Chase Infiniti), die eigentlich Hannah heißt. Hannah ist die Tochter von June Osbourne (Elisabeth Moss), der Protagonistin aus The Handmaids Tale und wuchs während der Serie bei den Mackenzies auf. June schaffte es in all den Jahren nicht, ihre erstgeborene Tochter aus den Fängen Gileads und ihrer Pflegefamilie zu befreien. Nun geht Hannahs Geschichte in einer neuen Serie weiter, die auf Margaret Atwoods Buch Die Zeuginnen basiert. Im Fokus der Handlung stehen Agnes/Hannah, Daisy (Lucy Halliday) und Tante Lydia (Ann Dowd).


Von der ersten Sekunde an wird man direkt in die Handlung hineingezogen. Gilead wirkt hier, im Vergleich zum Setting der Serie The Handmaid’s Tale, zwar erstmal weniger bedrohlich, aber dieses harmlose Gefühl ändert sich während einer überaus brutalen Szene schlagartig. Der fundamentalistische Staat und seine grausame Brutalität samt Bestrafungen, gehen also auch nicht an Gileads Kindern vorbei, die als Vorwand für eine scheinheilige gottesfürchtige Welt, benutzt werden. Im Laufe der Serie wird es tatsächlich auch zunehmend spannender und brutaler. Obwohl die Serie zwar nicht den gleichen Spannungsfaktor hat wie The Handmaid's Tale, fesselt die Serie an den Bildschirm und man fiebert von einer Folge zur nächsten mit. Vor allem, wenn unerwartete Geheimnisse aufgedeckt werden.


Gleich in der ersten Folge gibt es eine große Überraschung, auf die Fans der sechsteiligen Originalserie sich sehr freuen dürfen. Showrunner, Bruce Miller (The Handmaid’s Tale), ist es aber auch bei The Testaments gelungen Margaret Atwoods Roman perfekt umzusetzen und der Serie sowie der Geschichte von Gileads “gestohlenen Kindern” dennoch eine ganz eigenen Charakter zu verleihen. Denn im Vergleich zu The Handmaid’s Tale, dessen einzigartiger Kamerastil die beklemmende Atmosphäre des totalitären Staates perfekt eingefangen hat, wird in dieser Serie zum Beispiel auf ein helleres und bunteres Kamerabild gesetzt, was wiederum ideal zu der Geschichte der Fortsetzung passt. Ein bisschen stören allerdings die Szenenwechsel Übergänge, bei denen der Bildschirm etwas länger als nötig schwarz bleibt.


Schauspielerisch ist neben Ann Dowd (Rebecca) als die geborene Tante Lydia vor allem Lucy Halliday (Blue Jean) als Daisy herausragend. Aber auch die anderen Darstellerinnen, der sogenannten “Plumps”, wie Shunammite, Becka und Huldah, gespielt von Rowan Blanchard (Spy Kids 4D - Alle Zeit der Welt), Mattea Conforti (Alle Farben des Lebens) und Isolde Ardies (Wayward - Unberechenbar) waren absolut überzeugend. Auch Chase Infiniti (One Battle After Another) ist ihrer Rolle als Agnes/Hannah absolut gerecht geworden und vor allem, wenn man bedenkt, dass man sich an die “neue” Hannah erstmal gewöhnen musste, hat man sie in der Rolle doch schnell ins Herz schließen können.


Die Show bietet gute Unterhaltung, jede Menge Spannung, aber auch einige Momente, bei denen man mit den Figuren mitleidet. Es gibt Szenen, die einem derart unter die Haut gehen, dass man nicht weiß, wie man das Elend mit ansehen soll. Aber es gibt auch diese Momente, die einem Genugtuung verschaffen, wenn mutige Figuren sich zur Wehr setzen.

Fazit

The Testaments ist eine starke Coming-of-Age-Serie mit Suchtpotential, einem sehr starkem Cast und einer spannenden Geschichte.

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