Eine Premiere im internationalen Wettbewerb des Sundance Film Festivals und die dicht darauf folgende Aufführung in der Sektion Panorama der Berlinale wecken Erwartungen, die Rafael Manuels unterentwickeltes Leinwand-Debüt nicht erfüllen kann. Metikulöse Bildgestaltung, choreographierte Bewegungsabläufe und eine streng kontrollierte Optik erzeugen eine formale Ausgewogenheit in bezeichnendem Kontrast zum dramaturgischen Vakuum. Elliptischer Aufbau reiteriert die gleichen Plattitüden über ökonomische Abhängigkeit, soziale Ungleichheit und materielle Macht. Diese ästhetische Überhöhung einer rein theoretischen Systemkritik ohne realistisches Fundament ersetzt Empathie mit akademistischer Distanz und narkotisierendem Narzissmus.