Bildnachweis: © Berlinale 2026 | © Pak Film

Berlinale 2026 - Ein Eröffnungsbericht

von Jakob Jurisch

Unscharfe Einstellungen, taumelnde Blickfelder und fahles Halogenlicht machen den Orientierungsschwund der bedrängten Hauptfigur visuell greifbar. Zeit verliert scheinbar ihre Bedeutung und ist dennoch quälend präsent in der beengten Zellen, in der Mahnaz Mohammadis erster Kinofilm beginnt. Melisa Sözens angespannte Darstellung ringt beständig mit der skizzenhaften Charakterisierung ihrer Figur, in der exemplarisches Vorbild und persönliche Erfahrungen der Regisseurin zusammentreffen. Dieser bilaterale Ansatz in Kombination mit der hyper-konstruierten Handlung schafft eine emotionale Distanz, die rare zwischenmenschliche Episoden und die politische Dringlichkeit nie ganz überwinden. 

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