Zwischen harschem Realismus und phantastischen Spielereien mäandert Seemab Guls engagiertes Spielfilm-Debüt, das nach seiner Premiere in Toronto nun auf der Berlinale läuft, ähnlich der zwischen Aberglaube und Rationalität schwankenden Protagonistin. Ihr offeriert eine reiche Business-Frau, zum Schulbesuch in ihre Stadtwohnung zu ziehen - Rabia solle dafür nur etwas „im Haushalt helfen“. Als Wohltätigkeit getarnte Ausbeutung zeigt sich selten so deutlich in Kinderfilmen für ein bildungsbürgerliches Zielpublikum. Ökonomische Machtverhältnisse und institutionelles Versagen spuken durch die verwaisten Räume geschlossener Lehrstätten.