Mit dokumentaristischen Bildern und dramaturgischer Zurückhaltung erfasst Kilian Armando Friedrich ein eindringliches Porträt der unhaltbaren Arbeitsbedingungen in der Reinigungsbranche. Unterbezahlung, gesellschaftliche Geringschätzung und Lohn-Dumping drängen sowohl Arbeitegebende als auch Arbeitnehmende systematisch ins ökonomische und moralische Abseits. Sabine Thalaus lebensnahe Darstellung wird zum stillen Zentrum einer straff strukturierten Sozialstudie von analytischer Hintergründigkeit und herber Authentizität. Trotz der harschen Themen bleibt Raum für Momente zwischenmenschlicher Wärme und Zeihen stiller Solidarität. Ökonomischer Druck und individuelle Verantwortung werden zu den ungleichen Gegenpolen, zwischen denen die Würde der Angestellten zermahlen wird.