Queere Romanzen sind im bourgeoisen Unterhaltungskino augenscheinlich das neue In-Accessoire, das für straighte Filmschaffende einen Arthouse-Touch verkörpert. So auch in Charline Bourgeois-Tacquets fader Leinwand-Soap, deren verklemmter Humor die zur Schau gestellte Toleranz demontiert. Drucker und Thierry spielen passabel, doch ohne jede romantische Chemie. Ähnlich steril wirken die hölzernen Dialoge voller plumper Exposition und dekorativen Katalog-Kulissen. Das beiläufig verkündete Statut, dass physische Anpassung an ein Massenideal das sei, was „uns zu Menschen macht“, enthüllen den normativistischen Geist der blassen Beziehungsdramödie ohne Witz und Dramatik.