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Vitellone

Kritik von Vitellone

Gesehen: April, 2017

Als 1977 David Lynchs Eraserhead uraufgeführt wurde, war wohl kaum damit zu rechnen, dass selbiger Filmemacher nur wenige Jahre später ein humanistisches Drama drehen würde, dass mit 8 Nominierungen zu den Favoriten bei der kommenden Oscarverleihung zählen sollte und darüber hinaus sogar die Kategorie Bestes Make-up begründete. Vom Mitternachtskino in die geerdeten Territorien des amerikanischen Mainstreams…ein augenscheinlich weiter Weg, der dennoch überraschende Überschneidungen aufzeigt. So erhält sich Lynch nicht nur seine schwarz-weiß gestaltete Bildästhetik, die sich in einer bedrückenden Atmosphäre niederschlägt und sogar gelegentlich zu suggestiven Traumsequenzen führt, sondern ebenfalls eine gewisse Faszination für körperliche Deformationen und Missbildungen. Meisterlich verkörpert John Hurt den titelgebenden Elefantenmenschen, der durch seine äußerlichen Verunstaltungen ein menschenwidriges Leben als Vorführobjekt einer Freakshow fristet. Gerettet wird er zunächst von einem nicht minder fähigen Anthony Hopkins, der als Arzt zwar andere Ideale folgt, aber letztlich ein ebenso plumpes Prestigeobjekt aus dem geplagten Individuum macht. In den oberen Klassen des wunderbar stimmig eingefangenen viktorianischen Londons gehört es bald zum guten Ton seine Zuneigung auszudrücken, was ungeachtet der deutlich besseren Konsequenzen dennoch nicht minder verwerflichen Motivationen zugrunde liegt. So ist Der Elefantenmensch eben nicht nur eine tränenrührende Auseinandersetzung mit dem tragischen Schicksal einer bemitleidenswerten Person, sondern auch ein intelligenter Diskurs über Oberflächlichkeit.

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