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Stu

Kritik von Stu

Die Notwendigkeit eines weiteren Films mit Vin Diesel als brummender Antiheld Richard B. Riddick lässt sich nicht so ganz klären, ohne dass die Vermutung aufkommt, Regisseur David Twohy und sein Star wollten sich versuchen zu profilieren. Twohy läuft dem Erfolg schon seit Jahren hinterher und Vin Diesel war so gut wie abgeschrieben, bis er wieder ins „Fast & Furious“-Franchise einstieg. Abseits von der PS-Action sieht es für ihn aber auch eher mau aus. Gut also, dass es da ja noch diesen Riddick gibt. Interessant dabei ist allerdings, dass obwohl die Figur bereits Trickfilme, Comics und Videospiele heimsuchte, sie im Kino eher marginale Erfolge feierte. Nachdem kleinen Überraschungs-Hit „Pitch Black – Planet der Finsternis“, in dem Riddick zwar eine Attraktion war, nicht aber den Film bestimmte, kam „Riddick – Chroniken eines Kriegers“, der seinem Budget von über 100 Millionen Dollar wohl noch heute hinterherläuft. Dass mit „Riddick“ im Jahr 2013 dennoch ein dritter Realfilmauftritt des ewig flüchtenden Kämpfers entstand ist deswegen durchaus etwas verwunderlich. Zumindest hat „Riddick“ nur einen Bruchteil von „Chroniken eines Kriegers“ gekostet und das sieht man dem Film auch an. Aber die oftmals eher notdürftig wirkenden Spezialeffekte sind gewiss nicht daran schuld, dass der letzte Filmauftritt des angeblichen Kultcharakters ziemlicher Murks ist. Bereits in den ersten zehn Minuten macht David Twohy und Vin Diesel klar, dass Richard B. Riddick einfach die dicksten Eier hat. Wo andere Macho-Helden ihre Männlichkeit péu a péu beweisen wird dem Zuschauer hier bereits im Epilog ohne Scheu vor maskuliner Penetranz aufgetischt welche krassen Instinkte und Kräfte der Glatzkopf besitzt. Bekannte Überlebensexperten wie Rüdiger Nehberg oder Bear Grylls sind feige Pussys im direkten Vergleich. Problem bei dieser zur Schaustellung von Riddicks „Talenten“: das alles ist so exorbitant grimmig, dass es mit ein bisschen Ironie problemlos als einfache aber gut funktionierende Parodie auf Machismen durchgehen würde. Wie es aber nun im Film dargeboten wird, so absolut frei von entlarvendem (freiwilligem) Humor, wirkt „Riddick“ nicht nur freud- und belanglos, sondern vor allem auch hochgradig peinlich. Natürlich steckt darin auch ein Weg das Publikum zu unterhalten, aber diese schläfrige Sci-Fi-Revue aus Testosteron, billigen Tricks und Tempolosigkeit gelingt dies nicht. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Da wäre das reine Erzählen, der überaus schwammigen Geschichte: ein einziges Ärgernis. Viel zu lange verweilt Twohy damit dem Titelhelden beim Überleben zu zusehen, ohne dabei wirklich eine passende und eindrucksvolle Stimmung zu generieren. Riddick gelingt eben alles, sogar als Hundeprofi ist er erfolgreich im Einsatz, wobei es besser ein Satz heißen sollte, denn wie solche harten Burschen nun mal sind, redet er nicht viel und wenn dann höchstens im Off. Dann lässt er Worthülsen von sich, die jeder vernünftigen Beschreibung trotzen. Es ist dieses borniert männliche was die Figur Riddick hier so unwahrscheinlich lachhaft wirken lässt – zumindest in seinem letzten Kinoausflug. Aber irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, die immerhin ein paar nette optische Qualitäten parat hält, bekommt Riddick dann doch noch Besuch auf dem namenlosen Planeten: Kopfgeldjäger, gleich zwei Parteien davon. Auch diese sind grob skizziert und bedienen alle bekannten Chauvi-Plattitüden. Ein Kontrast zur Figur des Helden? Unauffindbar. Sogar die einzige Frau im Film darf als Kampflesbe beweisen, wie man mit breiten Schultern und dicken Wummen durchs Leben geht. Aber keine Sorge, so ein geiler Typ wie Riddick kriegt jede die er will, auch eine Lesbe. Die Konfrontation zwischen Riddick und seinen Jägern lässt dann zwar auch weiter auf sich warten, aber immerhin gibt es dann mehr zu sehen als einen aufgeblasenen Hautköpfler, der mit seinem Zebrahyänenhündchen durch die Einöde eines lebensfeindlichen Planeten stapft. Wenn es dann aber endlich, endlich, endlich dazu kommt, dass die Kopfgeldjäger von Riddick dezimiert werden, greift David Twohy auf übliche Hausmannskost zurück. Aber diese Passagen sind schnell vorbei, was überaus erfreulich ist, war der vorherige Teil doch an Zähigkeit kaum zu überbieten. Fast könnte der Film nun zu Ende sein, doch dieser Wunsch bleibt ungehört. Was folgt lässt sich am ehesten als „Pitch Black“-Kopie beschreiben. Spätestens hier lässt es sich einfach nicht mehr leugnen, das Autor und Regisseur Twohy keine echten Ideen in diesen Film investierte – wobei er noch nie als sonderlich kreativer Autor und Regisseur galt. „Riddick“ ist ganz einfach faules Genre-Kino. Ein Film, der seine Makel versucht mit angeschwollenen Testikeln zu kompensieren. Eine zur Schaustellung von den plumpen Peinlichkeiten, die einem der Film als stilistische Science-Fiction zu servieren versucht. Vor knapp zehn Jahren, als Richard B. Riddick zum ersten Mal in Erscheinung trat und durch seine eher zurückhaltend eingesetzt Präsenz überzeugte, war wohl nicht abzusehen dass Vin Diesel und David Twohy es schaffen würde, diese höchstsimple Figur so hemmungslos auszuschlachten, dass einem der Antiheld mit den Nachtsichtaugen fast schon leid tun kann. Versagte „Riddick –Chroniken eines Kriegers“ durch seine ausschweifende, unharmonische Welt, so gibt der dritte und hoffentlich letzte Teil derReihe seinem Titelhelden jetzt dank eines maßlos unkreativen, chauvinistischen und reizlosen Scripts und Inszenierung den finalen Todesstoß. „There are bad days – and then, there are legendary bad days“ sagt Riddick zu Beginn. Ähnlich verhält es sich auch mit diesem Film. Es gibt schlechte Filme und es gibt besonders schlechte Filme. „Riddick“ gehört wohl eher zur zweiten Kategorie.

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