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Berlinale 2018: Die besten Filme des Festivals

Die Berlinale 2018 hat ihre Höhepunkt hinter sich gebracht. Der Goldene sowie die Silbernen Bären wurden verliehen. Damit endet das größte deutsche Filmfestival, welches diesmal Tom Tykwer als Vorsitzenden der Jury hatte. Hier noch einmal die Hauptpreisträger auf einen Blick:

Goldener Bär für den Besten Film: Touch Me Not von Adina Pintilie
Silberner Bär Großer Preis der Jury: Mug von
Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet: The Heiresses von
Silberner Bär für die Beste Regie: für Isle Of Dogs - Ataris Reise
Silberner Bär für die Beste Darstellerin: Ana Brun für The Heiresses
Silberner Bär für den Besten Darsteller: Anthony Bajon für The Prayer
Silberner Bär für das Beste Drehbuch: Alonso Ruiz Palacios und Manuel Alcalá für Museum
Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung: Elena Okopnaya für Dovlatov

Alle weiteren Preisträger findet ihr hier.

Unsere Autorin Lidanoir war, wie letztes Jahr auch, wieder fleißig aktiv für uns auf der Berlinale.

Wir haben für euch die besten Filme einmal zusammengefasst und wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!

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The incredible Story of the Giant Pear

Das spaßige Kinoabenteuer bezaubert mit einer verspielten Kombination aus Puppentrick und CGI. Bevölkert von einnehmenden Figuren, abseits dumpfer Gut-Böse-Schemata und altbackener Rollenklischees, sprengt die turbulente Fantasie-Reise optisch und dramaturgisch die Buchdeckel der Vorlage. Wenn die Kids im Familienverband selbst nach dem Piraten-Loblied auf Melonen und riesigen Mengen animierter Riesenbirnen immer kein Obst mögen – ja, äh, einfach selber essen.

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The Green Fog

Seine illustre Besetzung, unter der wohl jeder einige Lieblinge entdeckt, pflückt sich Guy Maddin ungeniert aus einem Fundus randvoll mit Film- und Serienklassikern zusammen. Angereichert wird das mit Humor und Hintersinn erstellte Pastiche durch Fetzen aus dem Mainstream-Kino und Trash-Regal. Alles hat seinen Platz in der Filmlandschaft, über die sich das absinthfarbene Naturphänomen legt.

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Xiao Mei

In seinem elegant zwischen Epitaph und Mystery-Krimi mäanderndem Kinodebüt findet Maren Hwang emphatische Bilder für das schmerzliche Entgleiten einer fragile Persönlichkeit. Seine von einer exzellenten Hauptdarstellerin getragene Episodengeschichte kreist um die gespenstische Leere, die bleibt, wenn Menschen unvermittelt verschwinden, und die unheimliche Präsenz von Dingen, die das Totschweigen nur lebendiger macht.

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Black 47

Mit einem exzellenten Ensemble an Charakterdarstellern erweckt Lance Daly ein ignoriertes Geschichtskapitel zum Leben – einem Leben am Rande des Todes, der über jeder Einstellung des düsteren Dramas hängt. Der unbarmherzige historische Rahmen definiert nicht nur die Figuren, sondern die gesamte Inszenierung. Deren kondensierte Abbildung der größten humanitären Katastrophe im Europa des 19. Jahrhunderts verweist auf deren politische Ursachen ebenso wie das Überdauern des Traumas.

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3 Tage in Quibéron

Vor der lichten Kulisse der bretonischen Küste konzipiert Emily Atef ihr Ensembledrama um düstere Gefühlsausbrüche und leichtherzige Momente zufälliger Intimität. Für eine authentische Studie Romy Schneiders und ihrer Begleiter fehlt es dem semi-fiktionalen Szenario an Realismus. Dank Minichmayrs und Bäumers ausdrucksstarker Darstellungen entsteht dennoch das scharfkonturierte Psychogramm einer Berühmtheit im Kampf mit der eigenen emotionalen Ambivalenz.

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Les rois mongols

Das mitreißende Familiendrama punktet mit einer talentierten Darstellerriege und einer bewegenden Story, die ohne Moralpredigten und verlogenes Happy End auskommt. Drehbuchautorin Nicole Bélanger und Regisseur Luc Picard wissen und respektieren, dass weltpolitisches Geschehen und gesellschaftliche Probleme für die kleinen ZuschauerInnen Teil des Lebensalltags sind und somit einen Platz in Kinderfilmen verdienen. Mit wie viel Humor und Leichtigkeit sich das umsetzen lässt, zeigt ihre bei aller Tragik hoffnungsvolle Geschichte.

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Don't Worry, weglaufen geht nicht

Eine subtile Beobachtungsgabe für zwischenmenschliche Dynamik und den absurden Humor, der in äußerlich tragischen Situationen verborgen liegt, zählen zu den großen Stärken des Regisseurs, der hier Melancholie und Lebensfreude zu einem bewegenden Persönlichkeitsporträt verknüpft. Das fein austarierte Zusammenspiel von morbider Komik und Sentiment verweigert sich dem gelackten Hollywoodkino, das einige hier vergeblich suchen werden. Authentizität und Originalität berühren nachhaltiger als makellose Fingerübungen. Das gilt für den Berlinale Wettbewerbsbeitrag wie für die Cartoons. Wann gibt es die eigentlich endlich gebunden als Coffee Table Book?

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Our House

Gespenstergeschichte, Coming-of-Age-Story, Mystery-Film und Romanze verschmelzen in einer traumwandlerischen filmischen Symphonie. Yui Kiyohara untermalt unscheinbare, doch prägende Schlüsselmomente im Leben ihrer Figuren mit eine geisterhaften Stimmung, die weder drückend, noch bedrohlich ist. Die Parallelhandlungen fließen mit sanfter Harmonie und schlichter Melodik ineinander, wie die Themen der als dramaturgische Inspiration dienende Fuge Johann Sebastians Bachs.

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Museum

Alonso Ruizpalacios nutzt den legendären Kunstraub als Vorlage einer vielschichtigen Exploration von nationaler und individueller Kunstsinnlichkeit und Kunstsinnigkeit. Gael Garcia Bernal besticht mit einer Interpretation der obskuren Motive als eine an Minderwertigkeitsgefühle, instabile Ideale und Zukunftsangst verlorene Jugend. Die Authentizität der schieren Dummheit aller involvierten Parteien macht die sardonische Momentaufnahme voll Insider-Gags noch ein Stück amüsanter und doppelbödiger.

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Blue Wind Blows

Mit außergewöhnlichem Gespür für lyrische Bildkompositionen und nuancierte Figuren entwirft Tetsuya Tomina ein filmisches Gedicht, dass Kindern ebenso wie Erwachsenen die Notwendigkeit von schmerzlichen Empfindungen vermittelt. Zärtliche Lebenseinblicke vermitteln, wie schwer Loslösung sich anfühlen kann und wie befreiend sie dennoch ist. Eine melancholische Symphonie der leisen Töne, die lange nachklingt.

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Figlia mia

In vibrierenden Farben entwirft Laura Bispuri das packende Gruppenbild einer Familiengemeinde, die erst lernen muss, dass sie eine ist. Die Kamera durchkämmt die schroffe Szenerie an der Seite der kindlichen Hauptdarstellerin, dem sprühenden Kern des herausragenden Schauspieltrios. Ihre Figur ist nicht Keil, sondern Band zwischen zwei diametralen Persönlichkeiten, das alle drei stärker macht.

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The Silk and the Flame

Jordan Schieles fängt in poetischen Schwarz-Weiß-Szenen einen Familienbesuch im provinziellen China ein, der unterschwellig auf mehreren Ebenen die Konflikte einer zwischen Reaktionismus und Moderne zerrissenen Gesellschaft berührt. Über den Momenten unbeschwerten Zusammenseins liegt der Schatten unerbittlicher Erwartungen, hinter denen Generationen persönliches Glück zurückstellen muss. Die resignative Ehrlichkeit und emotionale Authentizität machen die zurückhaltende Charakterstudie zu einer ebenso wehmütigen wie berührenden Erfahrung.

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Patrimonio

Die Frage nach den Rechten und Möglichkeiten unterrepräsentierter Gemeinschaft gegenüber einflussreichen Großunternehmern zu beantworten, liegt außerhalb der Macht der Regisseurinnen. Sie leisten dafür ihren Beitrag, um den mutigen Widerstand einer kleinen Fischergemeinde gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage zu unterstützen. Aus unmittelbarer Nähe zeigt ihre prägnante Reportage Korruption und skrupellose Gier hinter einer sauberen Öko-Fassade, aber auch Integrität und instinktiven Respekt für die Umwelt in ein paar verblichenen Fischerkähnen.

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Pig

Bester Soundtrack, beste Credits, beste Kostüme, bester Tennisschläger - der clevere Mix aus Medien-Satire und Killer-Comedy verdient eine Menge Preise, für die es auf der Berlinale keine Kategorie gibt. Magischer Realismus,  gewitzte Systemkritik und skurriler Humor sorgen für mörderisches Filmvergnügen. Mani Haghighi profiliert sich von Film zu Film mehr als Irans Meisterkomödiant. Möge er nur nicht enden wie die Filmschaffenden im Plot - oder wie der auf die Blacklist verbannte Protagonist.

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Nanouk

Milko Lazarovs bildgewaltiges Drama ist ein sublimer Abschluss des Wettbewerbs der 68. Berlinale. Kein anderer Film entfaltet eine vergleichbare visuelle Wucht wie der universelle Mythos gemeinschaftlichen Zusammenhalts im Angesicht der unwiderruflich Entzweiung von Mensch und Natur. Leise Schwermut liegt über der harschen Kulisse und den Szenen zärtlicher Vertrautheit, die ein langer, um die Vergeblichkeit wissender Abschied sind.

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A Journey to the Fumigated Towns

Fernando Solanas‘ aufrüttelnder Dokumentarfilm ist der jüngste zahlreicher filmischer Versuche, den Konsumenten die Lebensnotwendigkeit einer ökologischen Landwirtschaft darzulegen. Erfolgversprechend ist die erschütternde Beweisaufnahme trotz ihrer Stichhaltigkeit und Tragik nicht, doch dass liegt nicht an etwaigen Defiziten der Produktion, sondern denen der Konsumenten. Am Ende sind sie es, die jeden noch so dubiosen Vorwand heranziehen, um ihren Bio-Boykott zu rechtfertigen. Wie es einmal vor der Kamera heißt: „Wir akzeptieren ein korruptes System.

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The Trial

In ihrer packenden Observation zeigt die Regisseurin eine Staatskrise aus nächster Nähe zu den Beteiligten. Die Abwesenheit eines Kommentars und sogar von Personen- und Ortsidentifikationen machen ihre scharfsichtige Bestandsaufnahme zur Herausforderung, doch gehorcht konsequent Ramos Neutralitätsgrundsatz. Das konzentrierte Protokoll ist zugleich fesselnder Politkrimi und bittere Abrechnung mit einem Demokratiekonstrukt, an dessen Grundfesten nicht nur in Brasilien beständig gesägt. Ein Kommentar an die junge Generation wird da zum zynischen Hohn: „In der Politik geht es darum, anderen Gutes zu tun.“

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